Ja, gewisse Rituale sind eingeübt. Zur Demonstration gegen Nazigewalt in Kiel würde ich folgende Kritik anbringen:
- Ich finds nachwievor gut, das die Autonomen einerseits wachsam sind und andererseit solche Demos zeitnah organisieren
- Viel zu schnelles Tempo und viel zu wenig Breite und Behinderung des Verkehrs. Eine Demonstration ist IMHO dazu da unbequem zu sein - und nicht ummöglichst schnell an ein Ziel zukommen.
- Ansprachen zu unverständlich
- Immer der gleiche Text an jedem Ort. Und dann mitten in der Innenstadt ein jehes Ende, ohne den Kielerinnen wirklich zu erklären, was derzeit abgeht.
- Statt nur von Buntheit und Kreativität zu reden/schreiben wäre es passender solche Proteste tatsächlich kreativer zu gestalten.
- Wenngleich ich damit übereinstimme, das Nazis nicht die Straße bestimmen dürfen, denke ich das Demosprüche mit “Nazis von der Straße fegen” bei Passanten gar nicht oder eher negativ ankommen. Was szeneintern gar nicht erläutert werden muss ist für unbedarfte Zuschauer extrem erklärungsbedürftig.
Ich wiederhole mich gerne, das ich es sehr schätze, wenn Leute solche Demos organisieren. Ich vermisse aber den Gedanken daran, wie man Leute erreicht.In Kiel ist z.B. aktuell das Problem, das NIEMAND weiss was in Kiel alles passiert ist. Vielleicht steht im lokalen Blatt KN am Montag mehr. Das heisst zunächst müssen die Kielerinnen INFORMIERT werden. Als weiteres sollte man versuchen ein Problembewusstsein zu schaffen auf mehreren Ebenen. D.h. von unten(Bürgerinnen) und auch oben (Medien, Politikerinnen). Also Leute befähigen sich ein eigenes Urteil zu bilden. Man kann Interpretationshilfen anbieten, aber ich denke die meisten sind mündig genug bei entsprechender Informiertheit und Bewusstseinsbildung eigene Ideen und Aktionen einzubringen auf verschiedensten Ebenen. Jenseits von politischen Konstrukten. Zur Aufklärung trug die Demo heute leider fast nichts bei. Ich habe da oft das Gefühl es geht mehr darum für sich selber zu demonstrieren. Ein guter Effekt war sicher zu demonstrieren, wie viele Kielerinnen gegen die Nazis eingestellt sind.
3 Kommentare
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Hi, nochmal aktuell aus Gaarden, sieht so aus, als ziehen die Nazis gerade aus!!
Trotzdem sind hier gerade ein paar mehr gesichtet worden., die durch die Strassen ziehen…
denke also, das gibt heute Nacht noch ne ” Abschiedsparty” also….. sattelt die schnecke…..
Ich könnte vermuten, das die NPD Druck macht den Streß zu lassen, weil das für den Wahlkampf doch nicht so gut ankommt. Sie haben halt ein strategisches Problem, da sie zum einen gerne Angst und Furcht sähen (also einerseits Angst vor Nazis, andererseits aber auch Angst vor allem was anders ist bei den “guten Bürgern”). Im Computerbereich hat sich dafür “FUD” eingebürgert. “Fear, Uncertainty and Doubt” (”Angst, Verunsicherung und Zweifel”) http://en.wikipedia.org/wiki/Fear%2C_uncertainty_and_doubt . Die Frage ist nur in wieweit sie dann auch doch als wählbare Alternative angesehen werden. ich denke viele Protestwähler werden da eher Die Linke wählen. Aber nur dann, wenn die KN das endlich mal berichtet. Aber offenbar sind die auf der Seite der NPD.
lasst euch nicht unterkriegen bleibt standhaft für unser land ich steh hinter euch und hoffe man sieht sich wieder ihr wisst schon wer euch diese zeilen schreibt