Die Ziele der G8-Gegner!?

Was wollen „die G8-Gegner“? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, weil es DIE Gegner nicht gibt. Ihnen allen gemein ist wohl nur ein dumpfes Unwohlsein über unsere heutige Welt, sei dies nun religiös motiviert, friedensbewegt, kommunistisch, anarchistisch oder autonom. Und das ist zugleich das Problem der Botschaft. Wobei man auch festhalten muss das die G8 selber wie man ja in den Medien sieht sich nicht mehr einig sind. Allgemein formuliert wollen die Gipfelgegner eine „bessere Welt“. Aber wie kommt man dahin? Da wollen manche Sozialisten oder auch kirchliche Vertreter: Mehr Entwicklungshilfe, mehr Staat der mehr Verantwortung übernimmt. Anarchistinnen hingegen wollen am liebsten den Staat abschaffen. Das heisst wir erleben hier zum Teil diametral entgegengesetzte Ansätze. Klarstellen sollte man an dieser Stelle vielleicht noch, das Autonome keine Anarchistinnen sind, sondern eine eigene Bewegung, die sich aus Kommunismus, Anarchismus u.a. Strömungen ein eigenes Weltbild zurechtgezimmert hat. Das heisst sie haben zum Teil auch staatssozialistische Vorstellungen und gleichzeitig die Ablehnung jeder Ordnung.

Vielleicht an dieser Stelle auch ein paar Worte zur Gewalt: Von polizeilicher Seite wurde der Begriff der passiven Bewaffnung eingeführt. Das bedeutet das wenn man sich gegen Verletzungen schützt wird dies als Aggression gewertet – s.a. Schutzwaffe in Wikipedia . Zusammen mit dem Vermummungsverbot sollte man einmal darauf hinweisen, das die meisten Polizisten eben gerade diese von staatlicher Seite als Aggression definierten Elemente trägt. D.h. per Definition gilt für die Polizei etwas als Selbstverständlich was auf der anderen Seite zur Verhaftung führt. Also: Wer sich vor Verletzungen schützen will ist aggressiv, es sei denn man ist Polizist. Manche sind eben gleicher als andere.

Ergänzung: Was (verbotene) passive Bewaffnung ist sieht man sehr schön bei diesen Journalisten. Haben sie Glück gehabt das sie nicht verhaftet wurden:

180130.jpg Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. (Quelle)

Da der Staat andererseits Gurt- und Helmpflicht im Staßenverkehr durchsetzt ist die Frage, warum man gerade auf Demonstrationen schutzlos umherlaufen muss? Trägt der Staat nicht eine Mitverantwortung wenn es dann eine teilweise erhebliche Zahl an Verletzungen unter Demonstranten gibt? Wieso ist Schutz eine Aggression? Gut, es gibt eine gewisse Logik der Aufrüstung – wie man ja auch an der Problematik des amerikanischen Star Wars-Schutzschildes sieht. Aber als Privatperson sollte es doch erlaubt seine a) seine Privatsphäre zu schützen und b) sich vor Gewalteinwirkung zu schützen ?

Zu den Agressionen der Autonomen: Ich denke das Gewalt eine Falle darstellt. Auch wenn der Staat provoziert so dient doch die Gewalt als Rechtfertigung für Gegenreaktionen. Gewalt und Widerstand sind nicht das selbe. Auch der Staat übt Gewalt aus durch seine Präsenz, durch Schikanen und durch direkte körperliche Gewalt gegen Beteiligte UND Unbeteiligte. Die märtyrerhaften Gewaltaktionen erreichen zwar die Öffentlichkeit und setzen zeichen, führen aber auch zum Großteil nur dazu das die Heiligendammer Passionsspiele ihren Ritualcharakter beibehalten. Viel effektiver erscheint mir das die Clowns-Armee zu handeln. Wie z.B. hier: „Robocop muss auch mal lächeln“:

oder hier:

1 Kommentar

  1. G8-Links: Die Tage nach Rostock – Update: 5.6. 18:30

    Die Linksammlung über die Berichterstattung zur Gewalt in Rostock führe ich nun hier unter neuer Überschrift weiter. Nicht, dass ich nichts zu tun hätte, aber die Entwicklung macht mir Sorgen. Es ist wieder soweit, dass man wegen einer Perücke fes…


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