Online-Durchsuchung: Innenminister abgewatscht.

Durch das Urteil des Bundesverfassungsgericht  wurde festgestellt, das die Innenminister in Deutschland (Land wie Bund)  mit Ihren Plänen weitreichenden Zugriff auf „informationstechnische Geräte“
(Computer, Handys u.a.) sich weit ausserhalb definierter Menschenrechte und selbst des Grundgesetzes befinden. Erstaunlich wie wenig Schäuble & Co. ihrer haushohe Niederlage eingestehen wollen. Wahr ist, das die Pläne durchweg als nicht rechtmäßig gelten müssen. Das bedeutet das es hier einen geplanten und teilweise umgesetzten Verfassungsbruch darstellt. Lustigerweise ist dann hier auch der Verfassungsschutz zentrales Instrument des Verfassungsbruches. Wer ein solche gespaltenes Verhältnis zu zentralen Menschenrechten hat kann nicht von sich behaupten für den Schutz der Bürgerinnen einzutreten. Es gibt da keine zwei möglichen Deutungen des Urteils. Und es gibt keinen Grund das Innenminister Schäuble und sein nordrheinwestfälischer Kollege Wolf noch weiter im Amt bleiben, da es keinen größere Straftat als was diese beiden begangen haben. Die Medien tragen mit ihrer Berichterstattung zu einer massiven Verharmlosung bei. Es wird Zeit das die Demokratie ihre eigenen Standards ernst nimmt und solche Verbrecher nicht an der Staatsspitze duldet. Wozu Verfassungsschutz wenn der Staat selber die gegebene Verfassung zerstört? Hier fehlt es Organisationen wie dem CCC leider auch am Biss, um Fakten so zuzuspitzen um ggf. tatsächlich neben veränderter Rechtssprechung auch tatsächlich eine Änderung der Gesellschaft anzustoßen. Und Medien, die hier ebenfalls nicht nachkarten tun ihren Job auch nicht.

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Kommunismus

Ich will gar nicht behaupten, das ich was den Begriff „Kommunismus“ angeht quellensicher bin. Der aktuelle Fall Wegner regt mich aber zu einiger Reflexion an. Zum einen glaube ich schon, das Panorama ein längeres Interview so gekürzt hat, das die Aussagen krasser erschienen. Ob man von vorneherein vorhatte eine bestimmte Aussage zu hören kann man nicht wissen. Wie auch immer, die Aussagen von Frau Wegner waren nicht sehr schlau. Und sympathisch finde ich sie auch nicht. Auch kann man sicher sagen, das es glaube ich weltweit kein Land ohne eigenen Geheimdienst gibt – wenn sie das sagen wollte hat sie sicher recht, wobei die Stasi besonders perfide vorging.

Im Bezug zum Anarchismus gibt es durchaus die Lesart, das eine existierende Anarchie auch einen Kommunismus beinhaltet im Sinne einer klassenlosen Gesellschaft.

Vielleicht ist es leichter gegenüber dem Marxismus eine Abgrenzung zu finden? Viele Anarchistinnen meinen, das eine Abgrenzung gar nicht mehr zeitgemäß wäre. Ich denke das das im Gegenteil wichtig ist für die Identitätsfindung von Anarchistinnen. Ich denke das die Grundlagen der allermeisten Kommunistinnen schon auf Basis der Lehre von Karl Marx entstanden sind. Und das es da einige Punkte gibt, die oft übersehen werden. Zum einen war Marx nicht nur ein Theoretiker, sondern hat maßgeblich dazu beigetragen den Kommunismus ideologisch aufzuladen. Zudem hat er die Grundlagen einer dogmatischen und hierarchischen Ausrichtung gelegt. Auch die Kampfbegriffe, und ein eher unwissenschaftliches und wenig selbskritisches Weltbild stammt schon aus dieser Zeit. Das seine Analysen viel Wahrheit enthalten will ich gar nicht infrage stellen. Meine These ist aber eher, das der spätere real existierende Sozialismus mit all seinen Schattenseiten nicht etwa ein dummer Zufall waren, sondern fast schon unumgänglich. Eine politische Richtung, die mit dem Individuum und divergierenden Positionen nichts anzufangen weiss, anders als das Individuum einer Masse unterordnen zu wollen und andere Positionen unterdrücken zu wollen fürt m.E. zwangsläufig zu einer Diktaturform. Dort wo Kommunistinnen sowohl gegen den Staat als auch gegen Einheitsparteien und Verstaatlichung sind, sind ihre Positionen dem Anarchismus so nahe, das man sie eben eher als anarchistisch denn als kommunistisch bezeichnen müsste.

Ich kann in kommunistischen Parteien wie der DKP oder den Linken keine Option für Anarchistinnen erkennen. Parteien als solches sind unwählbar und die kommunistischen Parteien sind dabei keinen deut besser als die anderen Parteien. Insbesondere erscheint mir fraglich wie sich denn ein oftmals wahrzunehmendes Verständnis des Staates mit anarchistischen Positionen vereinbar sein soll, die eigentlich eher auf dessen Auflösung drängen sollten. Vielleicht ist ein staatlicher Betrieb tatsächlich das gerungere übel als einer im „Privatbesitz“. Aber dennoch ist dies weit entfernt von einer kollektiven Selbstverwaltung – und zu befürchten wäre, das Kommunistinnen eher mehr staatliche Kontrolle ausüben würden. Insofern kann ich diese Parteien nicht zu einer Wahl empfehlen. Ausser man kann damit leben, das man Parteien unterstützt die das Gegenteil von dem tun, was man für richtig hält. Wahlen als solches sind jaeh bereits hochproblematisch. Ich kann mir aber vorstellen, das ein Engagement und das Wählen durchaus in kleinen Kommunen auch für Anarchistinnen vertretbar ist. Dort, wo sich die Demokratie den Prinzipien der Anarchie annähert. Dies ist aber dennoch in den seltensten Fällen der Fall.

Ich denke das die Unbekümmertheit oftmals dadurch befördert wird, das niemand ernsthaft an ein anderes System glaubt. So ist denn auch die politische Arbeit oftmals in bestimmten Widerstandsformen und Parolen erstarrt. Manche Linke Gruppen versuchen breite Bündnisse zu bilden, wie zu G8. Allerdings ist es da nach meinem Dafürhalten offenbar oft so das gewisse kommunistisch geprägte Gruppen ein bestimmtes Ziel verfolgen, d.h. im inneren radikal sind und sich aber nach aussen hin kooperativ geben. Und dann gibt es sogar Bündnisse mit Kirchen und wem auch immer. Bündnisse einerseits als Selbstzweck und andererseits um andere Gruppen für die eigene Politik zu nutzen und die eigene Gruppe als Vernetzungszentrum zu stärken. Es ist eben kein offener Dialog – oft gehts wohl auch darum den ersten Zug zu machen – viele Anarchistinnen wollen dann nicht zurückstehen und schliessen sich ebenfalls solchen Bündnissen an, oder unterstützen die Botschaft mit ihrer Anwesenheit. Das Ergebnis ist dabei offen – fest steht nur, das die Initiatoren sich erfolgreich präsentieren können und auch die Möglichkeit haben alle kooperierenden Gruppen zu vereinnahmen. Gerade bei G8 fand ich das Ergebns im Nachinein so mager wie ich es auch erwartete hatte. Denn je breiter die Bündnisse und je beliebiger die Botschaft, desdo einfach bekommt man sicher auch eine Menge Menschen zusammen – aber auf der anderen Seite verliert eine beliebige Botschaft auch massiv an Aussagekraft. Weil: Für was haben denn die Leute demonstriert? Ebenso: Was wurde erreicht? Ich habe über G8 auch schon in früheren Blogeinträgen geschrieben.

Im ganzen Aktivismus, Machen, Tun, Demonstrieren,… geht häufig der eigentliche Grund baden. Keine Zeit, nächste Aktion wird geplant, nächstes G8 kommt. Irgendwer organisiert, irgendwer läuft mit – lieber nicht die Leute fragen, was sie wollen – im besten Falle gibt jeder eine andere Antwort. Die „progressive“ politische Linke ist in der real existierenden Marktwirtschaft angekommen und nutzt ganz ähnlich wie die KP Chinas alls Möglichkeiten moderner Kommunikation und Werbung für ihre eigenen Zwecke. Und eine Menge Leute laufen mit und denken sie unterstützen die Ziele. Aber die politisch definierten Ziele und Ankerpunkte wie u.a. auch eine gerechtere Weltordnung, weniger Umweltzerstörung, Kontrolle der Finanzströme, etc. sind einerseits oft so allgemein, das da fast jeder zustimmen kann, zum anderen verdecken sie das, was oft dahinter steht – nämlich das es vielen Gruppen darum geht für sich selbst die politische Macht zu vergrößern – und auch in den Gruppen dominieren oft diejenigen, die am meisten nach Einfluss und Macht streben. Was aber nicht bedeutet das diese „Strategie“ geschicht wäre und aufginge. „Anti-G8“ ist einer dieser Bausteine, die es ermöglichen soll einigen Gruppen mehr Macht zu verschaffen. Dabei denke ich auch, das viele der Aktiven in diesen wenigen Gruppen selbst sich auch nicht darüber bewusst sind welche Zwecke ihre Gruppe verfolgt – auch sie werden manipuliert und missbraucht, Auf der Strecke bleiben dabei Inhalte und ggf. auch strittige Diskussionen – und für die einzelne Mitläuferin bleibt oft nur noch das unterstützen der Vorbereitungen und des Ablaufs. Wird vielleicht auch im Kleinen und in einzelnen Gruppen diskutiert, ob man sich beteiligt und dann auch wenn ja wie – so interessiert die Einzelne in einem so großen Kontext nicht mehr als Individuum, sondern nur noch als Zahl. X-tausend Demonstrantinnen. Das ist Vermassungspolitik, bei der die Einzelne selbst wenn sie versucht sich in dem Moment der Umsetzung ganz persönlich einzubringen in der schieren Masse untergeht.

Die ganze Reaktionskette um einzelne Steinwürfe in Rostock und die daraus folgenden Eskalationen haben gezeigt, das solche Großereignisse einer Eigendynamik unterliegen. In diesem Falle erreichte ein Polizeiprovokateur ja wie in einem Video deutlich wurde, das es zur Eskalation kam. Deutlich wurde es dadurch, aber stattfinden tut es überall.

Ich denke das politische Arbeit heutzutage weniger über das Gründen von Organisationen und Großevents stattfinden sollte, sondern durch „organisationsloses Organisieren“. Damit meine ich Zusammenhänge schaffen in dem die Einzelne sich frei entfalten kann – Gruppendruck und Hierarchien vermeiden und dagegen eine Kultur der Selbstverantwortung fördern in dem jede ihren Beitrag leisten kann und auch glaubwürdig ihre eigenen Erkenntnisse und Positionen anderen gegenüber präsentieren kann, bzw. in die Lage versetzt wird einen produktiven Dialog zu führen. Dies schliesst Aktionen nicht aus, bei denen ein temporärer Zusammenschluss von Menschen mit ähnlichen Überzeugungen ein Zeichen setzt. Dieses Zeichen aber ist glaubhafter, weil da niemand mitziehen würde, der nicht weiss warum. Weg mit dem Mitläufertum und den Parolen! Ich denke das wenn man an einer anderen Gesellschaft arbeitet es kein Weg sein kann den Weg der jetzigen Gesellschaftskultur weiterzugehen und nur ein „mit anderen Mitteln“ dranzuhängen. Und es reicht nicht bzw. führt in die Irre, wenn man sich nur darum bemüht den „Tags“ wie „antirassisitisch“ und „antisexistisch“ zu genügen. Es ist möglich alle diese Tags nach aussen hin zu erfüllen und dennoch auf dem Holzweg zu sein. Ja, richtig das macht das ganze nicht einfacher – aber ich denke das z.B. die Revolution damals in Russland alles getan hat um den damaligen „Tags“ zu genügen. „Tagging“ kann auch heissen alle richtigen Buttons zu tragen, seine Überzeugung nach aussen zu tragen, für jeden ersichtlich. Aber eben nicht ehrlich. Wer ehrlich ist müsste sich und anderen gestehen, das er als Mensch der nicht perfekt ist nicht allen „Tag“-Regeln genügen kann. Und da dies nicht möglich ist taugen diese wenig um andere Leute oder eine Aktion zu beurteilen. Denn oftmals sind diese „Etiketten“ (könnte man so auch übersetzen) eben auch gewisse Handlungsmuster, Codes einer Gruppe oder Szene – wer sich danach verhält fällt nicht auf – andere Leute, die diese Codes nicht beherrschen fallen auf, ernten Skepsis – aber oft zu unrecht. Und oftmals ist es einer Szene gar nicht bewusst wie sie nach aussen hin wirkt, seien es nun Linke, Anarchisten oder Hacker. Sie selbst sehen sich oft als offen an – aber defakto kommen viele einmal und nie wieder. Es wird einfach erwartet, das die Kultur transparent ist – es werden bestimmte Kontaktformen erwartet – aber selbst wer diese einhält bleibt oft aussen vor. An dieser Stelle finde ich Offenheit viel spannender. Ich habe selbst ältere Menschen erlebt, die weit offener auf junge Aktivistinnen zugingen als anders herum. Da dies aber nicht wirklich erwartet wurde oder vorgesehen war konnte daraus nicht mehr entstehen. Aber ich denke wenn es sowas geben können sollte wie eine soziale Revolution, dann auf einer zwischenmenschlichen Ebene die Grenzen überschreitet – und wo eben die klassische Lagerbildung nicht mehr funktioniert. Aus einem Lager heraus Widerstand zu organisieren wird immer im Widerstand hängen bleiben. Damit will ich nicht etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“ propagieren – der ist ja eher gescheitert, eben auch daran, das die Marschierer keine gefestigte Überzeugung hatten und das System ihr Inneres erobern konnte. Oft schaffen sie es über Jahrzehnte nach aussen hin ein „Revolutionär“ zu bleiben, der die alten Lieder hört und alles über die Spanische Revolution weiss – aber dann als Sozialarbeiter dem System dabei hilft Hartz IV umzusetzen. Und sich dann noch die Illusion erhält er würde dort im Kleinen Widerstand leisten – und wenn er da nicht mehr wäre, würde ja jemand kommen der schlimmer wäre. Im Inneren wissen oder ahnen natürlich viele, das es nicht stimmt. Aber gucken wir uns mal die Grünen an – deren Positionen sind ja zum Teil schon rechter als die der CDU – auch weil sie sich eben immer mehr auf eine Aussenwirkung konzentriert haben. In Wechselwirkung mit Medien und Öffentlichkeit spielen die Grünen nun die Rolle, die man von ihnen erwartet hat.

Die Lehre daraus sollte also sein,da sobald man seine eigene Wurzeln verkennt und sich nur noch nach der Aussenwirkung richtet man in der Gefahr ist das Gegenteil von dem zu tun, was man ursprünglich wollte.

Ludwigshafen – was läuft denn da jetzt?

Zunächst hieß es heute die Mädchen hätten ihre Aussage zurückgenomen, es wäre keine Brandstiftung gewesen. GANZ KURZE MELDUNGEN! Bitte? Normalerweise folgt hier dann eine Erklärung, wie denn ein Feuer sonst entstanden ist. Angeblich kam das vom SWR – doch eben gerade ist keine Stellungnahme dazu auf der Startseite des SWR zu finden. Also erst veröffentlicht man so eine Meldung und jetzt versteckt man sie? Der Vater der Mädchen ist laut Radio Regenbogen empört und verneint da die Mädchen ihre Aussagen zurückgezogen hätten. Zunächst einmal wundert es mich, das man nicht nach der Brandursache forscht, sondern so tut, als wenn alles an den zufälligen Beobachtungen zweier Mädchen hängen würde. Welcher Geheimdienst streut denn da bitte wieder Falschinformationen. Das ist doch immer
so, wenns irgendwo seltsam wird riechts nach Geheimdienst… Fest steht das das Haus abgebrannt ist – und das Menschen dabei umgekommen sind. Was sollen bitte diese blödsinnigen Meldungen nach dem Motto „ätsch war ja alles nur Spaß, es gab keinen Brand“? (Quasi) Skandalös in welcher Weise sich Medien manipulieren lassen anstatt zu sagen: Bis wir keine Ursache wissen bringen wir keine Wasserstandsmeldungen, die uns zugespielt werden! Diese Art der Berichterstattung geht nicht zuletzt vor allem zu lasten der Mädchen, die wieder in den Mittelpunkt der Medienöffentlichkeit gerückt werden wegen ein paar lancierter Berichte irgendwelcher Idioten.

Trotz der gegenteiligen Aussage hält der SWR an seiner voreiligen Feststellung fest:
Keine weiteren Hinweise auf Brandstiftung

Falsche Frage! Die Frage ist, was die Brandursache war! Ich denke nach all dem was berichtet wurde ist Brandstiftung nicht unwahrscheinlich. Dennoch sind natürlich auch andere Szenarien denkbar. Ich denke mal, das die Experten bereits jetzt wissen können sollten, wo der Brand begann und wie er verlief. Stattdessen heisst es beim SWR „Von 187 Spuren seien 171 ausgewertet und ein Zusammenhang mit einer möglichen Brandstiftung konnte ausgeschlossen werden.“ 187 Spuren? Also wenn man Brandstiftung auschliessen kann, dann kennt man ja jetzt die Ursache, oder? Und ich hätte gedacht bei einem Brand gibt es unedlich viele Spuren – also Hinweise darauf wie das Feuer verlaufen ist, etc. was haben die da gezählt? Einzelne Baustoffe? und wenn nur noch 17 Spuren ausgewertet müssen ( das sind dann 100% ja? ), warum wartet man nicht bis diese auch ausgewertet werden bevor man ein letztendliches Urteil abgibt? Stand das Untersuchungsergebnis wieder einmal vorher eh schon fest. Offenbar hat man ja auch die maximale Anzahl an Spuren vorher festgelegt… Vielleicht machen da irgendwelche Experten wirklich gute Arbeit, aber das was man aus den Medien entnimmt hört sich mehr an wie ein Puzzlespiel: 187 Puzzleteile, 171 bereits verbaut. So wird ermittelt? Wollt ihr uns verarschen? Ach ja ich vergaß,… natürlich werden wir verarscht…

Falls jemand einen gut recherchierten Artikel zu dem Thema findet bitte mal als Kommentar hier lassen. 99,9% was man liest ist wieder mal crap. Journalisten sollten sich schämen.

Update. Ganz ok scheint mir „Vater bestreitet Widerruf der Zeugin“ (Stern) – Zitat: „Da der SWR sich in seiner Meldung auf „Ermittler“ und nicht auf offizielle Quellen beruft, befürchten einige Angehörige der Opfer sogar, die Behörden hätten die Information über den Widerruf der Zeugenaussagen gezielt gestreut. Grund dafür sei, dass die 80-köpfige Sonderkommission noch immer im Dunkeln tappe und die Mädchen auf diese Weise verunsichert werden sollten. „Wir wissen nicht, welches Spiel hier gespielt wird“, sagten sie gegenüber stern.de.“

Kosovo – weitere Entwicklungen

Das die serbische Regierung sich jetzt Fragen lassen stellen muss, wurde heute in den Nachrichten gesagt. Wie nicht nur ich schrieb, sondern sich viele an fünf Fingern abzählen konnten, kam es zu schweren Ausschreitungen als Reaktion auf die erklärte Unabhängigkeit des Kosovo. Diese Unabhängigkeit wird nicht ohne vorheriges grünes Licht des Westens angegangen worden sein.

Wer hat Verantwortung für die Ausschreitungen ? In erster Linie die Drahtzieher im Westen, die auf dem Balkan wieder ihre Spielchen treiben in so einem hochsensiblen Gebiet. Die EU ist es, die serbisches Territorium angreift und okupiert. Nichts anderes. Die Medienberichte nehmen allerdings die EU-Position ein – gute Kosovaren und böse Serben. Die Opfer die beklagen zu sein werden haben aber wir (Deutsche, Europäer, US-Amerikaner) uns zuzuschreiben, von wo dieser Coup geplant wurde aus strategischen Erwägungen.

Deutsche Attacke auf Fürstentümer – Feuer frei ?

Regelmäßig alle paar Monate wird dem Volk ein Sünder präsentiert aus den Reihen der Überreichen, auf den es dann gilt einzuhauen stellvertretend für die empfundene Ungerechtuigkeit bzw. den Neid auf dessen Vermögen. Interessant fand ich die Geschichte zu „BND im Zwielicht„. Offensichtlich ist auch der BND neidisch … auf die „legalen“ Ermittlungsmöglichkeiten deutscher Steuerbehörden. Deswegen geben sie mal eben 5 Millionen an Kriminelle und verrechnen das ganze dann gegen Ermittlungserfolge. Das sind Methoden wie bei der sizilianischen Mafia.

Noch ein paar Worte zu Zumwinkel : Sicher, der Kerl war gierig – letzlich war aber die Steuerflucht aber vielleicht eine der wenigen Aktionen in seinem Leben, wo er sich gegen das System gestellt hat. Schlimmer als Steuerhinterziehung sind eher die Methoden der Unternehmensführung und die Unbekümmertheit bei der Profitsuche. Aber das steht ja nicht zur Debatte. Wer brav Steuern zahlt, der gilt ja als guter Mensch. Die Systemfrage darf ja nicht gestellt werden. Dabei erinnert die Zumwinkel-Kampagne wieder einmal an traditionelle antisemitische Hetze – der Einzelne wird dämonisiert, das System als solches zu kritisieren aber ist tabu – Marktwirtschaft ist ja angeblich das einzig funktionierende System. Warum nur, frage ich mich, brauchten wir dann Hartz IV, warum die Pisa-Problematik, warum überfüllte Unis, Mangel an Fachkräften, explodierende Rohstoffpreise, Welthunger, Kriege, Bürgerkriege wie derzeit in Chiapas ,etc. . Aber Situation wie in Chiapas, da wird ja ausser bei Indymedia eigentlich gar nicht berichtet in deutschen Medien. Vielleicht sollte Zumwinkel mal nach Chiapas fahren? 😉 ….

Ich habe nichts gegen eine Freie Wirtschaft im ursprünglichen Sinne – das jeder wirtschaften kann ohne das ihn jemand kontrolliert. Wahr ist aber das die „Freie Marktwirtschaft“ nicht frei ist. [Keine Angst: ich plädiere auch nicht für Freiwirtschaft oder sonst einen Kack]. Die sog. „Freie“ Marktwirtschaft bedeutet im Grunde genommen, das die Schwächsten und Ärmsten in der Gesellschaft die wenigsten Rechte und Möglichkeiten haben. Die Marktmacht steigt mit den Gewinnen, dem Besitz und dem Einfluss – und hat darüber einen selbstverstärkenden Mechanismus. Frei bedeutet in dem Verständnis die Freiheit von Regeln, die die Schwachen schützen. Auch wird die Initiativkraft des Einzelnen gefördert, wohingegen es eher schwer ist als Zusammenschluss /Kollektiv tätig zu werden. Gemeinnütziges Wirtschaften ist eigentlich nicht vorgesehen, bzw. wird nicht erleichter oder befürwortet. Genossenschaften werden in übergeordnete Verbände gezwungen und stärker kontrolliert als ein Einzelunternehmen.Wer gemeinsam wirtschaftet erscheint offenbar als potentiell subversiv. Auch bei der Haftung und Gesellschaftsformen gibt es entweder die Individualhaftung – oder sowas wie bei der GmbH, wo es eine Haftungsbeschränkung für den Einzelnen gibt. Weswegen ja auch das Mietshäusersyndikat, was eigentlich am ehesten genossenschaftlich angedacht war die GmbH als Form wählte. Denn die wird staatlich vereinfacht – pervers aber wahr.

So wahr wie die Aussage „Alles gärtnert“ (im Bezug auf Tiere, die auch quasi Gartenbau betreibe) von Bill Mollison gilt auch ein „Alles wirtschaftet“ (oder „haushaltet“). Leider hat da die Marktwirtschaft (oder Kapitalismus) ein Definitionsmonopol ergattert, das ihr zu wenig streitig gemacht wird. Ich würde mir wünschen, das es bald eine Bewegung hin zu einem anderen Wirtschaften gibt, das auch gesellschaftlich Alternativen und Optionen klar macht. Ich bin die ganze Propagandarethorik leid. Auch die sog. „Kommunikationsguerilla“ ist in ihren Formen erstarrt – und vom vielzitierten kreativen Widerstand sehe ich nur zumeist das gewöhnlich, ewig gleiche Einerlei. Kreativität erfordert eben eigene Ideen – nicht nur das Kopieren von Aktionen. Aktionen sollten vor allem effektiv sein, kreativ oder bunt ist dabei sogar eher sekundär.

Unabhängiges Kosovo eine Katastrophe.

Die Unabhängigkeit des Kosovo bedeutet für kosovarische Nationalisten einen großen Sieg. Die Darstellung gute Kosovaren und böse Serben passt nicht. Das Hauptproblem ist der übersteigerter Nationalismus.
Wenn die EU diesen Nationalismus begrüßt, wird sie mitverantwortlich sein für eine Verschärfung des Konfliktes. Ob ein Terrorist und Mafiosi wie Hashim Thaçi (qualifiziert ihn das als westorientiert?) wirklich für Frieden und Gerechtigkeit steht? Wohl kaum. Soweit ich es verstehe ist die Situation im Kosovo äußerst komplex – und ein unabhängiger Kosovo kann daran nichts verbessern – eher verschlechtern. Es sollte darum im Kleinen – in vielen Dörfern das Verhältnis von nachbarn zu befrieden. Und das ginge nur wenn man den Nationen weniger Raum einräumt und es erlaubt das jedes Dorf für sich seinen Frieden findet!