Milchboykott: Richtig so!

Die Milchbauern streiken wegen zu niedriger Abnahmepreise – und das ist gut so! Während die Supermärkte die Preise von Lebensmitteln immer weiter anziehen versuchen die Ketten die Abnahmepreise durch Absprachen immer weiter nach unten zu drücken  – am Ende bringt das viele Bauern an Rande ihrer Existenz – je kleiner desdo heftiger. Es wird Zeit, das da mal gegengesteuert wird. Für den Verbraucher ergeben sich durch höhereMichanbanhmepreise kaum höhere Preise, da die günstigere Milch preislich so eh nie weitergegeben wurden.

Dazu auch: Ab Sonntag keine Milch mehr? (Kieler Nachrichten)

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2 Kommentare

  1. Ich glaube, es gibt da ein großes Mißverständnis. Ein Preis entsteht in einer Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage. Das Angebot an Milch ist zur Zeit sehr groß. Damit die angebotene Milch genügend Nachfrager findet, muß der Preis runter. Es sind ja nicht die Supermärkte die den Preis bestimmen. Es gibt einfach ein Überangebot an Milch auf dem Weltmarkt. Die Gründe? Die Subventionspolitik der EU, die die Bauern dazu verleitet, zuviel Milch zu produzieren. Wenn die Bauern mehr Milch herstellen, als verbraucht werden kann, müßen sich die Bauern, die vom Milchabsatz nicht leben können, von der Milchwirtschaft verabschieden und auf die Produktion von Lebensmitteln konzentrieren, die einen besseren Ertrag erbringen. Wenn wirklich höhere Preise durchgesetzt werden könnten, würde dies nur dazu führen, daß das Überangebot an Milch noch weiter steigen würde, weil sich die Bauern einen höheren Ertrag versprechen, gleichzeitig wird die Nachfrage aufgrund höherer Preise aber zurückgehen. Man stelle sich vor, jeder Unternehmer würde zu Boykotten aufrufen, weil er von seinen Erträgen nicht mehr leben kann.

    Außerdem denke ich nicht, dass ein Boykott erfolgsversprechend ist. Wie oben schon erwähnt, existiert ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Selbst wenn Milch knapper wird und die Preise kurzfristig steigen, werden sie wieder sinken, sobald die Bauern dann doch wieder liefern.

    Viele Grüße

  2. Sicher hat das Angebot einen Einfluss. Aber es ist immer auch eine Frage von Marktmacht. In diesem Fall gibt es ja ein Nachfrageroligopol, das in der Lage ist durch indirekte Absprachen den Einkaufspreis zu reduzieren. Für die Bauern gibt es wenige Abnehmer. Hier wird halt gerade ein Interessenskonflikt ausgefochten. Bislang hat jeder Bauer für sich selbst verhandelt oder allenfalls regionale Verbände. Die Abnehmer allerdings kauften bundesweit und weltweit ein – insofern gab es da auch ein Informationsvorteil auf Abnehmerseite. Was Du da beschreibst ist ja eher der idealtypische Zustand einer Marktwirtschaft, den es so aber nicht gibt. In der Theorie der Marktwirtschaftler sind Auseinandersetzungen um Marktbedingungen auch nicht vorgesehen.Lediglich der Markt wird als Instanz akzeptiert. Fakt ist aber, das es diese Trennung zwischen Politik und Wirtschaft nicht wirklich gibt. Sicher ist die Frage wie nachhaltig dieser Boykott sein wird. Aber immerhin hat es Indien mit Boykottmaßnahmen geschafft damals seine Unabhängigkeit zu erreichen. Insofern ist es falsch anzunehmen das Boykotts keinen Effekt haben können. Wichtig an diesem Boykott ist aus meiner Sicht ist, das sich hier Milchviehbauern erstmals effektiv zusammenschließen und ein Signal setzen dafür das es so nicht weitergeht. Der derzeitige Milchpreis ist sehr wohl von den Supermärkten mitbestimmt. Siehe dazu auch diesen Artikel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,549189,00.html .
    Es ist auch einfach so, das den Bauern, da sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können nichts anderes übrig bleibt alles zu versuchen, denn sie stehen mit dem Rücken zur Wand.


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