Oder doch das Ende des Kapitalismus?

Ok also was  spricht dafür?

  • Das Volumen der Probleme und keine kapitalistische Lösung (neue Blase) in Sicht
  • Die fundamentale Wende der Wirtschaftspolitik kam  durch Reagonomics und Clinton die neue Kräfte freisetzten. Wenn man genau analysiert haben sich diese Konzepte jetzt aber als zu kurzfristig herausgestellt.
  • Im Wesentlichen kam es zu einer Umverteilung von Unten nach Oben und somit zu einer Umkehr so mancher früheren gesellschaftlichen Fortschritte.
  • Die Glaubhaftigkeit der Politik hat stark abgenommen.

Und was spricht gegen eine Alternative (Anarchismus)?

  • Der Widerstand gegenüber dem existierenden System ist nahe null. Die Menschen sind desillusioniert
  • Die Solidarität  der Menschen untereinander ist auch sehr gering.

Es war vielleicht zu erwarten das wenn überhaupt der Kapitalismus und das bisherige System sich am ehesten selbst zerlegt. Ich bin weit davon entfernt zu frohlocken – denn wenn das kommt wird es hart – und die Startbedingungen für einen humanen Anarchismus als erfolgreiches Gegenmodell sind denkbar schlecht. Wahrscheinlicher ist im Moment noch wieder die Wiederkehr eines Staatssozialismus unter der Fahne der Linken – und das wäre nur das Gleiche wie bisher in rot. Nämlich eine Zusammenballung von Wirtschaft und Politik bzw. eine Vielzahl gegenseitiger Abhängigkeiten. Gewisse Tendenzen in der Richtung sind bereits zu erkennen.

Ich denke es ist wichtig sich da mental drauf vorzubereiten und sich jetzt besser zu vernetzen als bisher. Sich gegenseitig weiterbilden, Optionen kritisch diskutieren und auch mit Demokraten stärker in Dialog zu treten.Momentanes Ziel sollte sein Raum für den Anarchismus als gesellschaftliche Option zu schaffen und dabei selbst auch wertvollen Input zu bekommen.Zum einen wie die Leute sonst so denken als auch Ideen für konkretes Handeln und Aktionen. Und dann natürlich einfach Anarchismus leben wo es geht. Wovor ich eher warnen möchte ist strategische Allianzen einzugehen mit irgendwelchen Linken Gruppen, nur weil man einen gemeinsamen politischen Gegner hat. Für Anarchisten ist es vor allem wichtig sich selbst zu finden und eigene Ideen zu formulieren. Was natürlich nicht bedeutet, das man nicht mit anderen Gruppen diskutieren sollte oder Ressourcen teilen. Fraglich finde ich Großaktionen ähnlich wie bei Anti-G8, die dann von Linken und anderen Gruppen benutzt werden. Diese bringen uns nicht weiter.

Meine Prognose ist das der Kapitalismus in ca. einem Jahr eine viel tiefere Krise erleben wird. Die schafft dann zum ersten mal Raum um auch für Alternativen Gehör zu finden. Solange das System lief, glaubte einem ja niemand das was faul ist! Ich befürchte das es alles sehr unappetittlich wird – und was am Ende des Wandeln stehen wird ist nicht sicher.Hoffen wir das Beste. Jedenfalls wird sich zeigen, das Terrorismus KEIN Problem ist, worüber man sich Gedanken hätte machen müssen.

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3 Kommentare

  1. Friede sei mit dir vinci,

    ich hab schon ein paar mal hier reingeschaut und ich denke, es ist Zeit, mal einen Kommentar hier zu lassen. Krise des Kapitalismus? Ende des Kapitalismus? Gute Frage, die mich auch schon ne Weile beschäftigt. Nicht so im politischen Zusammenhang, sondern mehr aus der Perspektive des „Öko“-Freaks (wenn ich das mal so sagen darf!). Ich bin der Meinung, der Kapitalismus kann durch seine Geldgeilheit und die Rücksichtslose Ausbeutung der Natur und der Ressourcen zum Untergang unserer ganzen Welt führen. Und ich bin nicht bereit, das einfach hin zu nehmen. Darum habe ich mit dem Bloggen angefangen.
    Gegen Alternativen zum Kapitalismus spricht grundsätzlich mal nichts. Die Frage ist nur, welche Alternative wäre denn die passende. Darauf gibt es sicher keine Antwort, die in einem Satz zusammen zu fassen ist. Kommunismus? Sozialismus? Hat alles nicht so die Ergebnisse gezeitigt, die man sich davon erwartet hatte, nicht wahr? Nationalsozialismus oder Faschismus? Vergiß es – oder besser nicht, sonst passiert das womöglich noch mal! Und wer will das schon außer ein paar vorgestrigen Idioten?

    Anarchismus? Hat für mich immer son anarchistischen Beigeschmack! Ich weiß, es klingt blöde, aber so is das nun mal. Ich würde mal vermuten, dass der Mensch ein paar Regeln braucht, um friedlich miteinander leben und umgehen zu können. Um sich sebst zu autonom organisieren zu können, sind wir ein paar Menschen zu viel auf dieser Welt. Das funzt nur bei kleineren Gruppen. Und da wären wir schon beim Kernproblem. Ich selber bin auch eher so der Typ: Einfügen in eine bestehende Gruppe? Ohne mich, ich bin mir selbst und meiner Familie mehr als genug. Vielleicht kann der anarchistische Gedanke ja weiter entwickelt werden, um ihn als attraktive Alternative sowohl zum Kapitalis- wie auch Kommunis- oder Sozialismus praktizieren zu können.
    Für mich ist die größte Gefahr die uns im Moment droht, die Umwandlung des Staates in ein privatwirtschaftlich oranisiertes Unternehmen, an dem nur die Nutzen haben, die sich Anteile/Aktien leisten können. Der restliche „menschliche Abschaum“ (das wären dann wohl die heutigen Hartz IV-Empfänger?), oder Ausschuß, oder wie auch immer, wird ins Abseits getrieben und kann in Slums verrotten, wie das in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt schon usus ist!
    Mein Traum von der ganz privaten Anarchie gipfelt in dem Wunsch nach Besitz eines eigenen Stücks Land, auf dem ich mein Leben nachhaltig und nach permakulturellen Gesichtspunkten (ich glaube du hast auch schon mal über die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ geschrieben!) – völlig unabhängig von Staat und Gesellschaft. Aber allein schon die Bezeichnung Besitz eines Stück Landes setzt voraus, dass man es sich in irgendeiner Form erwirbt und sich damit in die Fänge irgendwelcher kapitalistischer Banker begibt, die einem das Mark (beziehungsweise die Zinsen) aus den Knochen saugen! 😉

    liebe grüße sendet andrejo vom Tempel der Gaia

    (zu erreichen unter: http://tempeldergaia.wordpress.com/ )

  2. Hallo andrejo, Wie Du ja schön aufgezählt hast gibt es ja schon historische Erfahrungen mit politischen Systemen. Soviel ich weiss gibt es mit der Anarchie keine längerfristigen Erfahrungen auf einer landesweiten Ebene. Die Umsetzung in Spanien wurde ja von Franko und Stalin mit Zusehen der anderen europäischen Staaten schnell beendet, bzw. herrschte dabei Bürgerkrieg – weder kommunistische nich demokratische Länder hatten ein Interesse an einer erfolgreichen dritten Alternative, weil diese bedeuten könnte, das es anders geht. Insofern war den Demokratien das Feindbild Stalinismus lieber. Ich sehe es auch als eher wahrscheinlich an, das anarchistische Prinzipien von unten wachsen. Was der Anarchismus zum Teil teilt mit der Demokratie sind auf dem Papier die Achtung von Menschenrechten, mit dem Kommunismus vielleicht die Utopie, das Menschen in der Lage sind zusammen an einem Strang zu ziehen. Wir müssen aber aja auch konstatieren das die Alternativen zum Anarchismus bisher alle entweder gescheitert sind oder systembedingt zu ERHEBLICHEN „Kollateralschäden“ führten. Was nicht funktionieren würde wäre denke ich eine Idee wie: In Deutschland gibts morgen ne Revolution und übermorgen wird alles auf Anarchismus umgestellt. Die Wahrheit ist, das die Probleme eher im Misstrauen und der Beziehungen zwischen den Leuten existieren und wir die Verhältnisse in denen wir leben und unter denen wir leiden täglich selbst wieder reproduzieren. Das ist eine furchtbare Erkenntnis, aber leider wahr. Leider tragen Feindbilder nicht sehr weit.
    Was die Zinsdiskussion angeht, so denke ich das Zinsen selbst nicht gut oder böse sind – z.B. nutzt die Grameen-Bank das System: Man kann immer wieder Geld leihen, die Zinsen sind relativ hoch, werden aber wieder weiterverteilt. Entscheiden ist denke ich eher wohin das Geld fliesst. Ich finde es z.B. toll wenn Menschen mehr Geld gegenseitig verleihen oder sinnvollen und lokalen Projekten leihen anstatt es Banken oder Versicherungen zu geben. Da entsteht ja langsam mehr. Die Gefahr bei Alternativen ohne politischen Banckground ist, das sie sich irgendwann der gleichen Werkzeuge wie im Kapitalismus bedienen und so auch gleichartig werden und dann eher systemstärkend als eine echte Alternative.

  3. Hey vinci,
    da hast Du vollkommen recht. Irgendwelche längerfristigen Erfahrungen mit Anarchismus gibt es wohl nicht. Jedenfalls nicht auf dieser Welt, hehehe. Jeder Versuch den Anarchismus einzuführen, muss und ich wiederhole es gern, MUSS vom etablierten System als Angriff auf sich verstanden werden. Und das ist es ja auch! Prinzipiell wäre es vermutlich das gleiche, wenn sich ein Mörder seiner Tat nicht nur bewusst wird, sondern sich auch auf Grund der Unrechtmässigkeit seines Tuns sogleich zum Tode verurteilt und dann das Urteil auch unverzüglich vollstreckt. Meines Wissens geschieht aber so etwas nur in absoluten Ausnahmefällen – schlechtes Gewissen und so weiter, Du weisst schon!
    Es wäre schon schön, wenn die Menschheit sich selbst organisieren könnte, oder sollte ich sagen dürfte? Aber der Hauptgrund, der dagegen spricht, ist wohl der weitverbreitete und schon in Elternhaus und Schule anerzogene Egoismus. Ellenbogengesellschaft nennt man´s wohl heutzutage.
    Aber da Du mein Interesse geweckt hast, vor allem durch Deine Homepage und die Links, die Du da eingestellt hast, werd ich mich in der nächsten Zeit mal etwas eingehender mit dem Anarchismus befassen. Is sicher ein in sehr weites Feld.
    Einstweilen mal noch einen schönen Tag und guten Rutsch ins Neue Jahr 2009 wünscht

    andrejo


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