Der Krieg aus Deutschland

2007 habe ich in dem Artikel „Argumente gegen den Krieg in Afghanistan“ bereits Argumente gegen den aktuellen Afghanistan-Krieg geliefert. In den letzten Monaten hat sich der Konflikt verschärft.

ich möchte dieses mal auf einen anderen Aspekt hinweisen. Die Militarisierung der Gesellschaft. Als Zeugen möchte ich den ehemaligen Präsidenten Eisenhower anführen:

Wir sind nicht die USA. Aber alleine in meiner Lebenszeit habe ich erlebt wie die Bundeswehr von einer klaren Verteidigungsarmee sich Schritt für Schritt zu einer Armee entwickelte, die in fremden Ländern Krieg gegen die dortige Bevölkerung führt.

Öffentliche Gelöbnisse sollen die Deutschen in Solidarität auf die Truppe einschwören, die Bundeswehr darf in Schlen ungestraft Jugendliche zum Töten anwerben. Und dabei wird die Sprache meist sanfter. Vom Kriegsministerium von damals zum Verteidigungsministerium heute.

Krieg ist inzwischen ein Exportgut Deutschlands geworden. Und wir können eine zunehmende Militarisierung auch hier im Inland beoachten (iehe dazu auch G8-Gipfen in Heiligendamm).

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Warum die Afghanen die Deutschen nicht beschuldigen….

Wieder liest man z.B. bei der Tagesschau, das die Afghanen die Deutschen entlasten.

Ja wie kommt das? Es ist ganz einfach: Welchen Vorteil haben die derzeitigen Machthaber Afghanistans, wenn die Deutschen und die NATO jetzt abziehen müssen? Antwort: Gar keins! Natürlich werden die Machthaber, die unmittelbar in ihrer Macht vom afghanischen Widerstand bedroht sind nichts tun, um ihre Machtbasis zu schwächen. Ich würde ja sogar fast vermuten, dass diese Untersuchungskommission, die innerhalb weniger Tage zu einem Ergebnis kommt ihr Ergebnis schon vorher festgelegt hatte.

Winter Soldier 2008 – Berichte von US-Soldaten aus Irak und Afghanistan

Wer wissen möchte, wie es z.B. im Irak-Krieg wirklich zugeht, dem seien die Berichte der US-Soldaten auf Free Speech TV zu empfehlen:

  • CIVILIAN TESTIMONY: The Cost of War in Iraq and Afghanistan- Part I
  • THE COST OF THE WAR AT HOME- Part II

Neben den beiden Teilen gibt es noch einige weitere. Am besten zu sehen via Miro Player – dort Free Speech TV abonnieren. Miro lädt alles mögliche an Filmen via RSS-Feeds herunter auf die Festplatte. Die Idee „Wintersoldaten“ die Möglichkeit zu geben zu erzählen was tatsächlich  passiert stanmt noch vom Vietnamkrieg – und der Begriff selbst aus dem Jahre 1776.

S.a. Film: „Winter Soldier“ von Wintersoldier Collective. Und DW „Winter Soldaten“: Schmutzige Geschichten vom Krieg.

Mich würde mal interessieren ob auch dokumentiert wird, wie deutsche Soldaten sich fühlen und was sie zu erzählen haben. Wenns sowas gibt bitte einfach Link in Kommentar anfügen. Ich glaube nämlich das da eine Menge ist, was gar nicht aufgearbeitet wird oder ignoriert. Es wird da immer viel politisch geredet und zu wenig darüber was passiert und was den Opfern zugefügt wird und was es auch mit den jungen Soldaten macht, die da naiver weise hingehen. Die kommen dann irgendwann nach hause und können das alles gar nicht verwerten, was sie erfahren haben. Und dann?

Georgien

So ganz schlau werde ich aus dem Konflikt nicht. Folgendes nehme ich als einigermaßen wahr an:

  • Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs befand sich die Sowjetunion und dann Russland stets auf einem Rückzug bzw. Abbau der Armee.
  • Die NATO versprach Russland sich nicht anch Osten auszudehnen, was sie aber brach.
  • Mit der Anerkennung des Kosovo verstieß die EU und der Westen im allgemeinen gegen geltendes Völkerrecht – und das daraus Kollateralschäden entstehen würden war klar.
  • Russland möchte nicht noch mehr Macht verlieren – schon gar nicht „vor ihrer Haustür“.
  • Für die NATO, die USA und die EU hat Georgien eine strategische Bedeutung (Pipeline, etc.)

Auf ARTE wurde neulich erklärt, das Georgien selbst aus einer Vielzahl an Völkern besteht und die Republik innerhlab der Sowjetunion eher nach Machtgesichtspunkten geschnitten wurde – was naheliegen lässt das man es so geschnitten hatte, das es sich besser kontrollieren ließ.

Ist die Situation die, das sich die NATO jetzt unmittelbar an Russland herangerobbt hat (siehe auch Abwehrraketen) und somit den Gürtel um Russland enger schnallt – und das Russland mit dieser Aktion einen Ausbruchsversuch bzw. Befreiungsschlag versucht hat? Ist hier nicht Georgien Spielball beider Interessenssphären geworden? Ich denke Russland besetzt so lange Territorium, wie der Westen nicht wirklich einschreitet. Interessant dabei das die Bereitschaft sich fernab des NATO-Territoriums zu engagieren größer ist, als beim Beinahe-Verbündeten Georgien. Im Grunde ist die Situation heute doch das, worauf die NATO seit Jahren oder Jahrzehnten hingearbeitet hat. Soviel ich weiss war der Umsturz in Georgien damals ja auch von der CIA finanziert worden? Und Russland will gerne seine alte Macht wiederherstellen. Hier wird gepokert – und dabei zählt – wie so oft – ein Menschenleben nicht viel. Dabei scheint es aber auch so zu sein, das insbesondere die EU auf dem nichtmilitärischen Terrain besser punkten kann als im Militärischen. Unmittelbarer Nachbar Georgiens ist die Türkei mit einer der größten Armeen der NATO – die vermutlich abgesehen von den Atomraketen auch durchaus in der Lage wäre die unmoderne russische Armee alleine zu schlagen – oder auch zu intervenieren. Aber das Eingreifen der türkischen Armee erscheint der NATO offenbar derzeit noch keine politische Option. Vielleicht ist man dazu doch zu zerstritten. Vielleicht mag man Georgien auch ganz gerne so wie es ist: Zersplittert und ein Pufferstaat zum unberechenbar gewordenen russischen Nachbarn? Die derzeitige Problematik ist auch eine Nachwehe des kalten Krieges. Neben der USA hat eben auch Russland noch ein beträchtliches Atomwaffenarsenal. Bisher ist nicht davon auszugehen das dies schnell zum Einsatz kommt – aber Russland spielt öffentlich mit dieser Option. Ein Arsenal das durch das Wettrüsten entstand – und wo sich der Westen immer auf die Schulter klopfte wie erfolgreich er dort war. Nur das dadurch auch Indien, Pakistan, Iran und Nordkorea zu ihrem Atomwaffenprogrammen kamen. Sicherheit in der Welt? Durch Waffen? Wohl kaum. Sarkozy betonte die Tage ja auch noch mal das Krieg gleich Friedenssicherung ist- also „Krieg=Frieden“ – ein Glück das die Bevölkerung so dumm ist und nicht in frage stellt wenn Gegensatzpaare als das selbe dargestellt werden. Wer spricht schon von afghanischen Opfern? Überhautp Afghanistan: Dort hatte der CIA ja über den pakistanischen Geheimdienst eben die Kämpfer finanziert uind organisiert, die sie jetzt bekämpfen. Aber nun sind es auch – wie damals gegen die Sowjetunion – zumindest zu Teilen – wenn nicht sogar zum Großteil – Kämpfer gegen Besatzungsmächte. Und die Vergangenheit des Afghanistan-Krieges kennt auch ein Putin.

Das ganze Gerede um Frieden ist doch nur Geschwafel. Letztlich geht es ja um Interessen – und wer bereit ist für was wieviel zu riskieren. Für Russland geht es um viel – für die NATO/EU aber auch. Der Langzeitplan dreht scih sicher darum Das Restrussland auch noch der westlichen Interessensspäre zu unterwerfen. Und ich denke auch das das gelingen wird. Ich denke der Westen ist bereit einen begrenzten militärischen Kofnlikt mit Russland zu wagen. D.h. keine Atomwaffen und auch keinen Krieg gegen die russische Zvivilbevölkerung – aber durchaus eine Machtprobe an den Rändern der ehemaligen Sowjetunion – wie ja auch die Aktion in Polen zeigt. Denn natürlich richtet dieser Schutzschirm gegen Russland – die anderen Länder haben ja noch keine einsatzfähigen Atomwaffen. Die Strategie des Westens wird es wohl sein Russland politisch zu isolieren und ggf. wieder einen inneren Umsturz herbeizuführen, der ggf. zu einer weiteren Spaltung führt. Russland ist durch die Markträfte und die Globalisierung bereits zu abhängig von der Weltwirtschaft – und sie sind isoliert. Der Westen hingegen hat einige Optionen und besteht aus einer Vielzahl an Ländern auf verschiedenen Kontinenten. Letztlich wird dieser Konflikt wohl den Westen und Russland schwächen und China und Süd/Mittelamerika stärken. Im Moment sehe ich keine realistischen Alternativen zu einem militärischen Konflikt. Beide Seiten werden an diesem entscheidenden Punkt nicht nachgeben – allenfalls wird man irgendeine Art Waffenruhe finden und die Pattsituation schriftlich festhalten. Die Zeit spielt hier aber eher gegen Russland. Russlands einzige Hoffnung könnte ein Bündnis mit China sein – für China stellt sich dann aber die Frage ob man sich die interessanten neuen Geschäfte mit dem Westen entgehen lassen will. Da China heutzutage eher pragmatisch ist als dogmatisch würde ich mal vermuten das: Nein. Die Frage wird sein, wie Putin und Medwedew die nächsten Jahre politisch in ihrem eigenen Land angesehen werden. Bisher, so habe ich zumindest gehört, profitierten ja viele Russen von einem gewissen Aufschwung – der nicht zuletzt auch dem steigenden Ölpreis zu danken war. Würde der Westen es wirklich auf sich nehmen und sich vom russischen Öl abkoppeln, so würde das sicher eine weitere Explosion des Ölpreises ebdeuten – aber ggf. für den Westen eher zielführend sein. In diesem Sinne würden dann sogar Erneuerbare Energien zu einem entscheidenden Faktor.

Meine Meinung nach hat vor allem Russland die Situation falsch eingeschätzt. Man hat wohl gedacht das weil der Westen ungerne weitere Fronten aufmachen will er nun auch die Sache mit Georgien schlucken würde – insbesondere da er sich im Kosovo daneben benommen hat. Ich denke allerdings das der Westen hier unbedingt Punkten will. Denn ein Fall der alten Sowjetrepubliken zurück in die Russischen Föderation würde viele Jahre der politischen Intrigen zu nichte machen. Die NATO steht ja derzeit in Europa recht gut da, da sie ja viele der Ex- Warschauer Pakt-Staaten bereits aufgenommen haben. Aber was wird China tun? China vs. USA ist ja das neue Gegensatzpaar – und somit China die neue Sowjetunion – aber in einer anderen geschichtlichen Epoche. China wird natürlich vermuten aus diesem Konflikt und auch aus der Schwäche Russlands Profit zu ziehen – und gleichzeitig versuchen sich den Westen auf Distanz zu halten. Das heisst man wird kein Interesse an einem zu schwachen Russland haben – aber man wird vielleicht Russland Zugeständnisse machen mit einem hohen Preis – vielleicht so simpel wie Geld gegen Öl oder auch Investitionen gegen Öl – habe mich dazu mit der Grenzregion beder Länder noch zu wenig beschäftigt.

Soweit erst mal. Die Zeit wird ja zeigen was da tatsächlich passiert. Jedenfalls ist es Unsinn herauszufinden zu versuchen wer da wo wann zuerst geschossen hat – da hatten alle ihre Pläne in  den Schubladen und im Moment gehts wohl gerade drum wer entweder die besseren Karten hat oder mehr bereit ist zu riskieren. Ja, es ist wie Poker – aber es geht um verdammt viele Menschen – und es zeigt sich wieder – genau wie in den aktuellen Konflikten in Afghanistan und Irak – das so ein Menschenleben nicht viel zählt – und weil ja Krieg gleich Frieden ist. Uns kann man ja auch alles erzählen

Argumente gegen den Krieg in Afghanistan

Es gibt sicher viele Positionen den Krieg in Afghanistan abzulehnen. Auch Krieg grundsätzlich abzulehnen ist eine gute Idee. dennoch möchte ich hier ein paar Worte gegen den Krieg zur Zeit (Oktober 2007) in Afghanistan kritisieren:

  1. Dieser Krieg ist rassistisch – jedes Jahr sterben hunderte unschuldige Afghanen, weil die kriegsführenden Parteien meinen, das ihr Leben nicht wertvoll genug ist ihren Tod zu vermeiden. Wenn man nmal das Gedankenexperiment wagt und zu überlegen, was passieren würde, wenn durch die Kriegshandlungen die eigene Bevölkerung der westlichen Staaten betroffen wären, dann würde man da vermutlich viel eher die Notbremse ziehen – im Moment zählt aber nur, das die eigene Bevölkerung toleriert, das es „da unten“ ja nur Afghanen sind.
  2. Der Aufbau der radikalislamischen Taliban wurde maßgeblich von der USA via CIA gefördert. Es ist pervers zunächst einen Gegner aufzubauen und ihn dann zu bekämpfen. Es wäre besser den Waffenhandel zu stoppen und genau so politische Spiele zu unterlassen – und auch nicht jetzt wieder irgendwelche Kriminellen zu unterstützen, die wiederum gegen die Taliban kämpfen.
  3. Es ist nicht zu erwarten, das es jemals einen „Sieg“ gegen die Taliban geben kann, da diese Teil der Bevölkerung sind.
  4. Die Präsenz des Westens und der Krieg zieht Radikale aus der ganzen Welt an und lockert so manchen Geldbeutel, die gerne die „Ungläubigen“ aus dem islamischen Land gejagt sehen. Und somit fördert es die Strukturen dessen, was als islamistischer Terror bezeichnet wird.
  5. So gutgemeint im Einzelnen durchaus die  Aufbauprojekte gemeint sein können, so fraglich ist es, ob es Sinn macht Afghanistan als einen Staat nach westlichem Muster aufzubauen

Insgesamt kann man sagen das sowohl der Angriff auf Afghanistan zweifelhaft war (letzlich hat der Staat Afghanistan keinen Krieg angefangen, sondern es gab lediglich Hinweise darauf, das Anschläge u.a. auch in diesem Land geplant wurden),  als auch das der jetzige Krieg was Erfolge und Aussicht zweifelhaft ist.

Es wird immer wieder von Befürwortern des Krieges behauptet, das ohne die NATO dort die Gewalt herrschen würde. Realität ist aber, das die Präsenz und die Aktionen der NATO täglich den Krieg in Afghanistan halten und auch islamistische Kämpfe eher anziehen als abschrecken. Den größte Gefallen den man den Afghanen machen könnte wäre sie in ruhe zu lassen.

Nicht das das als Vorschlag missverstanden wird, aber es stellt sich schon die Frage, warum die USA nicht Saudi-Arabien angegriffen haben, wenn man wirklich an die Wurzel islamistischen Terror will, bzw. warum nicht diejenigen verurteilen, die Geheimdienste aus den USA jährlich 500 Millionen EURO in den islamistischen Terror investiert haben bis 2001.

Als Fazit also ein sehr fraglicher Krieg, wie eigentlich jeder Krie, zusätzlich mit unsicherer Perspektive, ob dieser Krieg nicht nur heute das Leben vieler Afghanischer Zivilisten gefährdet, sondern auch in Zukunft stärker das Leben von Menschen in Europa, USA und weltweit. Interessanterweise werden bestimmte Politiker allerdings das Erstarken der Taliban eher als Bestätigung verstehen, das das Engagement ihrer Nation erfolgreich war, obgleich sie damit eigentlich erst die Ursachen für dieses Erstarken waren. Ich bin der festen Überzeugung, das vielleicht nur ein hunderstel der Finanzmittel nach Afghanistan fliessen würde für den Widerstand gegen den Westen, wenn dieser nicht mehr präsent wäre. Ja, vielleicht würde das den Bürgerkrieg wieder aufleben lassen – aber wenn ich so manche Argumentation höre über Schulen in Afghanistan und Frauenrechte, da muss ich doch immer wieder daran erinnern, das es ja nicht sein kann, das man Länder überfällt nur um für mehr Schulen und mehr Menschenrechte einzutreten. Wenn wir das als Maßgabe setzen, wo fangen wir dann an und wo hören wir auf? Klar ist, das es unendlich viele Länder auf der Welt gibt, die nicht unseren Maßstäben entsprechen – und warum zählen manche Menschenrechte stärker? Eben, weil es NICHT darum geht. Motivation und Ausrichtung der Aktivitäten der NATO in Afghanistan sind nicht auf mehr Demokratie oder Menschenrechte ausgerichtet. Demokratie wird insofern akzeptiert, als sie eine gewisse Stabilität gibt und kontrollierbar ist. Die Geschichte zeigt aber, das die USA vor allem, aber auch andere westliche Länder nie gezögert haben im Zweifelfall sich für ihre eigenen Interessen und gegen die Demokratie einzusetzen. Wie z.B. in Chile. Und ich gehe nicht davon aus, das sich das Denken der Verantwortlichen wesentlich gebessert hat.

Insofern muss die Forderung nach Abzug der NATO bestehen bleiben – zur Sicherheit der Afghanen und unserer eigenen Sicherheit. Schluss mit den menschenverachtenden Machtspielchen und rassistischen Aussenpolitik.