Boesner blockiert Betriebsratsbildung

Die Firma Boesner ist eine europaweit agierende Künstlerbedarf-Kette. In der Kölner Boesner-Filiale wollte eine Gruppe von Angestellten Anfang 2008 einen Betriebsrat gründen. Dies wurde jedoch seitens der Geschäftsleitung z.B. dadurch konterkariert in dem  zwei außerordentliche Betriebsversammlungen nach
Feierabend angesetzt wurden und mit Drohungen und anderen Manövern die Belegschaft unter Druck gesetzt wurde. Die massive Einflussnahme verfehlte ihre Wirkung nicht. Der aktive Teil der Belegschaft zog die Betriebsratswahl entnervt zurück, nachdem eine zunächst sicher scheinende Mehrheit abschmolz.

Nun wurde Samstagsarbeit eingeführt.  Zur Abdeckung des 6. Arbeitstages gibt es bislang keine Neueinstellungen oder Wochenendzuschläge. Vielmehr wird die Personaldecke an den einzelnen Tagen verkleinert, so dass z. B. an der Kasse fortan 4 Leute stehen, anstatt wie bisher 5. Der Arbeitsdruck, der zu Stoßzeiten schon erheblich ist, wird sich somit weiter steigern.

Am vergangenen Samstag fand ein gewerkschaftlicher Aktionstag vor mehreren Filialen der Künstlerbedarfkette Boesner statt. In Berlin wurde eine Kundgebung vor der Filiale in Berlin-Prenzlauer Berg von der FAU Berlin in Zusammenarbeit mit der IWW organisiert.

Am Samstag dem 7. Juni 2008 fanden zwichen 10 und 13 Uhr Protestaktionen von den Filalen der Künstlebedarfskette boesner in Köln, Frankfurt am Main, Berlin, Wien und Graz statt. Es ging um die Verhinderung einer Betriebsratswahl im Januar 2008 in Köln und die Einführung der
Samstagsarbeit am 7. Juni 2008 in der Kölner Filiale. Zwischen beiden Ereignissen besteht ein direkter Zusammenhang.

Es wurden Flugblätter an die Kundschaft verteilt, Redebeiträge gehalten, lautstark und sichtbar auf die Behinderung und Einschüchterung aktiver und kritischer ArbeiterInnen durch die Geschäftsleitung bei Boesner Köln hingewiesen. Nicht wenige Kundinnen und Kunden fühlten sich angesprochen
und solidarisierten sich mit den Protestierenden.

Aufgerufen hatten die Industrial Workers of the World (IWW) im deutschsprachigen Raum. Die IWW ist in der Kölner Filiale durch Mitglieder vertreten und hat die versuchte Betriebsratsgründung in Köln in
Zusammenarbeit mit der Belegschaft begleitet.

An diesen ersten Protesten nahmen Mitglieder der Industrial Workers of the World (IWW), der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) und der österreichischen Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate (FAS) sowie aktive Mitglieder anderer Gewerkschaften teil.

Boesner-Holding: Expansion nach amerikanischem Vorbild

Die Boesner-Kette hat in Deutschland momentan ca. 24 Filialen. Nach unseren bisherigen Informationen gibt es lediglich in der Filiale Witten einen Betriebsrat. Warum ist das so? Über eine Holding versucht Boesner sein Business offenbar nach amerikanischen Vorbildern umzugestalten und weiter zu expandieren. So stoßen Pläne in der Belegschaft auf Ablehnung, nach dem Vorbild von Hamburger-Ketten und Baumärkten eine einheitliche Berufskleidung einzuführen, die aus selbstbewussten und individuell
gekleideten Angestellten zum Verwechseln ähnliche durchgestylte Service-Sklaven machen soll. Betriebsräte sind vermutlich unerwünscht, weil sie die ungehemmte Expansion und beliebige Umgestaltung der Boesner-Kette bremsen könnten.

Die Forderungen sind

  • Samstagsarbeit in Köln nur mit zusätzlichem Personal und Wochenendzuschlag oder gar nicht!
  • Anerkennung des Rechts auf eine unabhängige betriebliche Interessenvertretung und gewerkschaftliche Organisierung!

Hinweis: Die IWW Köln ist daran interessiert, Kontakt zu Beschäftigten aus
anderen boesner-Filialen zu bekommen.

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68 stinkt

Bitte stoppt diese blödsinnigen Pseudoreportagen, Diskussionen und verunglückten Filmchen, es bringt doch nix. Jetzt verwurstet die Mehrheitsgesellschaft zum Xten male die Umbrüche vor 40 Jahren. Aber bei jedem Aufguss wird der Geschmack fader.

Kommunismus

Ich will gar nicht behaupten, das ich was den Begriff „Kommunismus“ angeht quellensicher bin. Der aktuelle Fall Wegner regt mich aber zu einiger Reflexion an. Zum einen glaube ich schon, das Panorama ein längeres Interview so gekürzt hat, das die Aussagen krasser erschienen. Ob man von vorneherein vorhatte eine bestimmte Aussage zu hören kann man nicht wissen. Wie auch immer, die Aussagen von Frau Wegner waren nicht sehr schlau. Und sympathisch finde ich sie auch nicht. Auch kann man sicher sagen, das es glaube ich weltweit kein Land ohne eigenen Geheimdienst gibt – wenn sie das sagen wollte hat sie sicher recht, wobei die Stasi besonders perfide vorging.

Im Bezug zum Anarchismus gibt es durchaus die Lesart, das eine existierende Anarchie auch einen Kommunismus beinhaltet im Sinne einer klassenlosen Gesellschaft.

Vielleicht ist es leichter gegenüber dem Marxismus eine Abgrenzung zu finden? Viele Anarchistinnen meinen, das eine Abgrenzung gar nicht mehr zeitgemäß wäre. Ich denke das das im Gegenteil wichtig ist für die Identitätsfindung von Anarchistinnen. Ich denke das die Grundlagen der allermeisten Kommunistinnen schon auf Basis der Lehre von Karl Marx entstanden sind. Und das es da einige Punkte gibt, die oft übersehen werden. Zum einen war Marx nicht nur ein Theoretiker, sondern hat maßgeblich dazu beigetragen den Kommunismus ideologisch aufzuladen. Zudem hat er die Grundlagen einer dogmatischen und hierarchischen Ausrichtung gelegt. Auch die Kampfbegriffe, und ein eher unwissenschaftliches und wenig selbskritisches Weltbild stammt schon aus dieser Zeit. Das seine Analysen viel Wahrheit enthalten will ich gar nicht infrage stellen. Meine These ist aber eher, das der spätere real existierende Sozialismus mit all seinen Schattenseiten nicht etwa ein dummer Zufall waren, sondern fast schon unumgänglich. Eine politische Richtung, die mit dem Individuum und divergierenden Positionen nichts anzufangen weiss, anders als das Individuum einer Masse unterordnen zu wollen und andere Positionen unterdrücken zu wollen fürt m.E. zwangsläufig zu einer Diktaturform. Dort wo Kommunistinnen sowohl gegen den Staat als auch gegen Einheitsparteien und Verstaatlichung sind, sind ihre Positionen dem Anarchismus so nahe, das man sie eben eher als anarchistisch denn als kommunistisch bezeichnen müsste.

Ich kann in kommunistischen Parteien wie der DKP oder den Linken keine Option für Anarchistinnen erkennen. Parteien als solches sind unwählbar und die kommunistischen Parteien sind dabei keinen deut besser als die anderen Parteien. Insbesondere erscheint mir fraglich wie sich denn ein oftmals wahrzunehmendes Verständnis des Staates mit anarchistischen Positionen vereinbar sein soll, die eigentlich eher auf dessen Auflösung drängen sollten. Vielleicht ist ein staatlicher Betrieb tatsächlich das gerungere übel als einer im „Privatbesitz“. Aber dennoch ist dies weit entfernt von einer kollektiven Selbstverwaltung – und zu befürchten wäre, das Kommunistinnen eher mehr staatliche Kontrolle ausüben würden. Insofern kann ich diese Parteien nicht zu einer Wahl empfehlen. Ausser man kann damit leben, das man Parteien unterstützt die das Gegenteil von dem tun, was man für richtig hält. Wahlen als solches sind jaeh bereits hochproblematisch. Ich kann mir aber vorstellen, das ein Engagement und das Wählen durchaus in kleinen Kommunen auch für Anarchistinnen vertretbar ist. Dort, wo sich die Demokratie den Prinzipien der Anarchie annähert. Dies ist aber dennoch in den seltensten Fällen der Fall.

Ich denke das die Unbekümmertheit oftmals dadurch befördert wird, das niemand ernsthaft an ein anderes System glaubt. So ist denn auch die politische Arbeit oftmals in bestimmten Widerstandsformen und Parolen erstarrt. Manche Linke Gruppen versuchen breite Bündnisse zu bilden, wie zu G8. Allerdings ist es da nach meinem Dafürhalten offenbar oft so das gewisse kommunistisch geprägte Gruppen ein bestimmtes Ziel verfolgen, d.h. im inneren radikal sind und sich aber nach aussen hin kooperativ geben. Und dann gibt es sogar Bündnisse mit Kirchen und wem auch immer. Bündnisse einerseits als Selbstzweck und andererseits um andere Gruppen für die eigene Politik zu nutzen und die eigene Gruppe als Vernetzungszentrum zu stärken. Es ist eben kein offener Dialog – oft gehts wohl auch darum den ersten Zug zu machen – viele Anarchistinnen wollen dann nicht zurückstehen und schliessen sich ebenfalls solchen Bündnissen an, oder unterstützen die Botschaft mit ihrer Anwesenheit. Das Ergebnis ist dabei offen – fest steht nur, das die Initiatoren sich erfolgreich präsentieren können und auch die Möglichkeit haben alle kooperierenden Gruppen zu vereinnahmen. Gerade bei G8 fand ich das Ergebns im Nachinein so mager wie ich es auch erwartete hatte. Denn je breiter die Bündnisse und je beliebiger die Botschaft, desdo einfach bekommt man sicher auch eine Menge Menschen zusammen – aber auf der anderen Seite verliert eine beliebige Botschaft auch massiv an Aussagekraft. Weil: Für was haben denn die Leute demonstriert? Ebenso: Was wurde erreicht? Ich habe über G8 auch schon in früheren Blogeinträgen geschrieben.

Im ganzen Aktivismus, Machen, Tun, Demonstrieren,… geht häufig der eigentliche Grund baden. Keine Zeit, nächste Aktion wird geplant, nächstes G8 kommt. Irgendwer organisiert, irgendwer läuft mit – lieber nicht die Leute fragen, was sie wollen – im besten Falle gibt jeder eine andere Antwort. Die „progressive“ politische Linke ist in der real existierenden Marktwirtschaft angekommen und nutzt ganz ähnlich wie die KP Chinas alls Möglichkeiten moderner Kommunikation und Werbung für ihre eigenen Zwecke. Und eine Menge Leute laufen mit und denken sie unterstützen die Ziele. Aber die politisch definierten Ziele und Ankerpunkte wie u.a. auch eine gerechtere Weltordnung, weniger Umweltzerstörung, Kontrolle der Finanzströme, etc. sind einerseits oft so allgemein, das da fast jeder zustimmen kann, zum anderen verdecken sie das, was oft dahinter steht – nämlich das es vielen Gruppen darum geht für sich selbst die politische Macht zu vergrößern – und auch in den Gruppen dominieren oft diejenigen, die am meisten nach Einfluss und Macht streben. Was aber nicht bedeutet das diese „Strategie“ geschicht wäre und aufginge. „Anti-G8“ ist einer dieser Bausteine, die es ermöglichen soll einigen Gruppen mehr Macht zu verschaffen. Dabei denke ich auch, das viele der Aktiven in diesen wenigen Gruppen selbst sich auch nicht darüber bewusst sind welche Zwecke ihre Gruppe verfolgt – auch sie werden manipuliert und missbraucht, Auf der Strecke bleiben dabei Inhalte und ggf. auch strittige Diskussionen – und für die einzelne Mitläuferin bleibt oft nur noch das unterstützen der Vorbereitungen und des Ablaufs. Wird vielleicht auch im Kleinen und in einzelnen Gruppen diskutiert, ob man sich beteiligt und dann auch wenn ja wie – so interessiert die Einzelne in einem so großen Kontext nicht mehr als Individuum, sondern nur noch als Zahl. X-tausend Demonstrantinnen. Das ist Vermassungspolitik, bei der die Einzelne selbst wenn sie versucht sich in dem Moment der Umsetzung ganz persönlich einzubringen in der schieren Masse untergeht.

Die ganze Reaktionskette um einzelne Steinwürfe in Rostock und die daraus folgenden Eskalationen haben gezeigt, das solche Großereignisse einer Eigendynamik unterliegen. In diesem Falle erreichte ein Polizeiprovokateur ja wie in einem Video deutlich wurde, das es zur Eskalation kam. Deutlich wurde es dadurch, aber stattfinden tut es überall.

Ich denke das politische Arbeit heutzutage weniger über das Gründen von Organisationen und Großevents stattfinden sollte, sondern durch „organisationsloses Organisieren“. Damit meine ich Zusammenhänge schaffen in dem die Einzelne sich frei entfalten kann – Gruppendruck und Hierarchien vermeiden und dagegen eine Kultur der Selbstverantwortung fördern in dem jede ihren Beitrag leisten kann und auch glaubwürdig ihre eigenen Erkenntnisse und Positionen anderen gegenüber präsentieren kann, bzw. in die Lage versetzt wird einen produktiven Dialog zu führen. Dies schliesst Aktionen nicht aus, bei denen ein temporärer Zusammenschluss von Menschen mit ähnlichen Überzeugungen ein Zeichen setzt. Dieses Zeichen aber ist glaubhafter, weil da niemand mitziehen würde, der nicht weiss warum. Weg mit dem Mitläufertum und den Parolen! Ich denke das wenn man an einer anderen Gesellschaft arbeitet es kein Weg sein kann den Weg der jetzigen Gesellschaftskultur weiterzugehen und nur ein „mit anderen Mitteln“ dranzuhängen. Und es reicht nicht bzw. führt in die Irre, wenn man sich nur darum bemüht den „Tags“ wie „antirassisitisch“ und „antisexistisch“ zu genügen. Es ist möglich alle diese Tags nach aussen hin zu erfüllen und dennoch auf dem Holzweg zu sein. Ja, richtig das macht das ganze nicht einfacher – aber ich denke das z.B. die Revolution damals in Russland alles getan hat um den damaligen „Tags“ zu genügen. „Tagging“ kann auch heissen alle richtigen Buttons zu tragen, seine Überzeugung nach aussen zu tragen, für jeden ersichtlich. Aber eben nicht ehrlich. Wer ehrlich ist müsste sich und anderen gestehen, das er als Mensch der nicht perfekt ist nicht allen „Tag“-Regeln genügen kann. Und da dies nicht möglich ist taugen diese wenig um andere Leute oder eine Aktion zu beurteilen. Denn oftmals sind diese „Etiketten“ (könnte man so auch übersetzen) eben auch gewisse Handlungsmuster, Codes einer Gruppe oder Szene – wer sich danach verhält fällt nicht auf – andere Leute, die diese Codes nicht beherrschen fallen auf, ernten Skepsis – aber oft zu unrecht. Und oftmals ist es einer Szene gar nicht bewusst wie sie nach aussen hin wirkt, seien es nun Linke, Anarchisten oder Hacker. Sie selbst sehen sich oft als offen an – aber defakto kommen viele einmal und nie wieder. Es wird einfach erwartet, das die Kultur transparent ist – es werden bestimmte Kontaktformen erwartet – aber selbst wer diese einhält bleibt oft aussen vor. An dieser Stelle finde ich Offenheit viel spannender. Ich habe selbst ältere Menschen erlebt, die weit offener auf junge Aktivistinnen zugingen als anders herum. Da dies aber nicht wirklich erwartet wurde oder vorgesehen war konnte daraus nicht mehr entstehen. Aber ich denke wenn es sowas geben können sollte wie eine soziale Revolution, dann auf einer zwischenmenschlichen Ebene die Grenzen überschreitet – und wo eben die klassische Lagerbildung nicht mehr funktioniert. Aus einem Lager heraus Widerstand zu organisieren wird immer im Widerstand hängen bleiben. Damit will ich nicht etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“ propagieren – der ist ja eher gescheitert, eben auch daran, das die Marschierer keine gefestigte Überzeugung hatten und das System ihr Inneres erobern konnte. Oft schaffen sie es über Jahrzehnte nach aussen hin ein „Revolutionär“ zu bleiben, der die alten Lieder hört und alles über die Spanische Revolution weiss – aber dann als Sozialarbeiter dem System dabei hilft Hartz IV umzusetzen. Und sich dann noch die Illusion erhält er würde dort im Kleinen Widerstand leisten – und wenn er da nicht mehr wäre, würde ja jemand kommen der schlimmer wäre. Im Inneren wissen oder ahnen natürlich viele, das es nicht stimmt. Aber gucken wir uns mal die Grünen an – deren Positionen sind ja zum Teil schon rechter als die der CDU – auch weil sie sich eben immer mehr auf eine Aussenwirkung konzentriert haben. In Wechselwirkung mit Medien und Öffentlichkeit spielen die Grünen nun die Rolle, die man von ihnen erwartet hat.

Die Lehre daraus sollte also sein,da sobald man seine eigene Wurzeln verkennt und sich nur noch nach der Aussenwirkung richtet man in der Gefahr ist das Gegenteil von dem zu tun, was man ursprünglich wollte.

Das Ende vom Strike Bike

Leider kein Happy End: Besetzung beendet. Betrieb vom Insolvenzverwalter »ausgeschlachtet« und nach Ungarn verkauft!

Ermutigend fand ich das der Versuch unternommen wurde. Schöner wäre es natürlich gewesen, die Arbeiterinnen hätten die Fabrik übernehmen können. Aber hier sieht man mal wieder: Sind die Eigentumsverhältrnisse so wie sie waren, ziehen die Arbeiter immer den kürzeren. Wie wäre es mit ner neuen Fabrik mit Freien Arbeitsplätzen, die die Arbeiterinnen selber organisieren?

Selbstrefflektion und Kooperation

Bei dem Versuch ausserhalb vertrauter Kreise Kooperationspartner zu suchen um die eigenen Ziele zu erreichen denke ich das es zwei gegensätzliche Aspekte gibt, die man berücksichtigen muss.

  1. Die Kontakte nutzen um seine eigenen Ziele zu hinterfragen.  Ich erlebe es immer wieder das Gruppen oder Einzelpersonen nach aussen gehen um andere (Gruppen) von Ihren Zielen zu überzeugen. Ich glaube nicht das das langfristig funktioniert. Insbesondere dann nicht wenn jede das macht. D.h. jede versucht die jeweils andere auf ihre Seite zu ziehen – keiner rückt von den Leitlinien und Leitbilder ab. Das ist Stillstand – das ist langweilig.
  2. Auf der anderen Seite droht dennoch ein Identitätsverlust. Man muss sich als Einzelperson und Gruppe trotz allem treu bleiben. Wenn man sich sonst in Zusammenhängen wiederfindet, die nicht die eigenen Überzeugungen wiederspiegeln und man für Sachen kämpft die einem egal sind oder im schlimmsten Falle gegen den Strich gehen so hat man ein Problem. Das ist aber durchaus ein weitverbreitetes Phänomen.

Ich denke wesentlich ist, das eine Kooperation aus dem eigenen Selbstbewusstsein und der eigenen Selbstrefflektion ergibt – aber im Hinblick darauf das man kooperieren will. Das kann z.b. auch heissen das man eigene Positionen verändert oder aufgibt um besser kooperieren zu können  – und weil man durch die Kooperation andere Ziele oder eine höheres Ziel besser erreicht. Grupen mit einem festgefügten Meinungsbild können nicht kooperieren – sie können um Mitglieder werben und gemeinsame Veranstaltungen durchführen, aber das ist dann mehr eine Koexistenz und Ressourcensharing.

Vor allem wichtig ist der ehrliche Umgang miteinander. Zu oft erlebe ich das Gruppen und Personen versuchen einander zu benutzen. Wenn Du die Ziele Deines Gegenübers weder verstehst nich gutheisst, dann kooperiere auch nicht mit ihm! Aber gleichzeitig solltest Du auch versuchen die Ziele zu verstehen und dessen und Deine Ziele hinterfragen. Oft wird versucht aus der Position der eigenen Stärke zu überzeugen – und dabei die eigenen Selbstzweifel weggelassen. Ich finde das eher unsympathisch und zweifelhaft. Mein Gegenüber soll Zweifel haben und auch Unsicherheit zeigen – nur dann kann ich ihn/sie ernst nehmen. Irgendwelche Führungsfiguren braucht man nicht. Und auch keine pädagogischen Belehrungen über richtige Sicht- und Verhaltensweisen.

Soweit erst mal wieder.