Verkehrte Welt: Friedliche NATO?

Sehr es doch auch mal so: Die NATO ist ein Kriegsbündnis und hat zugeben müssen, das sie bislang in Afghanistan mehr Menschen umgebracht hat als die Taliban. Und jetzt berichten die Medien die NATO sei friedlich und die Demonstranten mit den paar Aktionen gewalttätig?

oh, come on!

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60 Jahre NATO – Bombardement von Demonstranten

Laut Berichten werfen Flugzeuge Tränengasgranaten über Demonstranten ab. Darüberhinaus werden Schock/Blendgranaten in die Demonstranten geschossen. Offenbar ist das die neue NATO – Bekämpfung der Bevölkerung mit militärischen Mitteln. Widerspruch wird mit allen zur Verfügung stellenden Mitteln bekämpft und der Tod von Demonstranten willentlich in Kauf genommen.

Demokratie Gute Nacht!

Ticker auf Indymedia. Ansonsten empfehle ich Beiträge von Freie Radios.

Die Anführer der Anti-Nato-Bewegung verurteilten die Gewalt?

Wie unreflektiert es da mal wieder vor sich geht. Es gab wohl bei No-G8 einige Ausschreitungen von Jugendlichen. Und einem Herrn Reiner Braun fällt nichts besseres ein als:

Wir hegen keine Sympathie für die Randale“, sagte Reiner Braun von den Organisatoren des Zeltdorfes.

Wie kommt es, das immer wieder die Leute, die unnötige Bemerkungen machen zu Sprechern erkoren werden? Reiner Braun sagte auch im Vorfeld:

„Für einige Aktivisten bedeutete der Begriff gewaltfrei, dass Gewalt gegen Dinge durchaus in Ordnung ist. In unserem Abkommen haben wir darum festgeschrieben, dass wir bei unseren Aktionen keinerlei Gewalt akzeptieren. Auch nicht gegen Dinge.“

So kann das nichts werden. Ich denke ein Sprecher darf niemals Stellung nehmen gegen Protestteilnehmer, ausser sie wirken gegen die eigentlichen Ziele. Gewalt gegen Sachen aber kommt nun mal vor bei Demonstrationen, die die Konfrontation mit dem Staat suchen. Machen wir uns doch nichts vor  darum geht es doch – nicht um die Gewalt, sondern um die Konfrontation. Das es zu Gewalt gegen Dinge kommen würde war klar – wieso schreibt man einen Gewaltverzicht in eine gemeinsame Erklärung? Das ist vorrauseilender Gehorsam – und eine Distanzierung von Leuten, die zum Teil der Aktionen werden und für die selben Sachen eintreten ist in meinen Augen Verrat an der Sache.

Wahrscheinlich meint man die ganze Sache nur durchziehen zu können, wenn man selbst als auf der Seite der Gesetze stehend angesehen wird. Um Anerkennung ringend – und dabei aber dann den Spalt in die Bewegung treibend. Bei No-G8 war es das selbe. Ich würde mich niemals auf solche Bündnisse einlassen, die beim ersten Anzeichen von Gewalt sich von allem und jedem distanzieren. Natürlich kann ein Sprecher sich auch nicht vor diejenigen stellen, die Gewalt ausüben, weil er sonst zur Gewalt aufrufen würde – er kann es aber unterlassen gefährliche Distanzierungen vorzunehmen, weil die nämlich die Gewalt fördern, da hier die Taktik der Entsolidarisierung aufgeht.

Die gegen NATO sind…

Es findet derzeit wieder eine Mobilisierung statt gegen 60 Jahre NATO und den NATO-Gipfel am 3. und 4. April.

ich befürchte, das man sich da genau so auf einen Standort fixiert wie damals bei No-G8. Dabei gibt es genügend Standorte der NATO an denen man mit unterschiedlichsten Aktionen aktiv werden könnte. Ich denke diese Zusammenballungen erleichtern Repressionen eher, als das sie sie erschweren. Es wurde ja schon beschlossen das für die Zeit des Gipfels die Grenzkontrollen wieder eingeführt werden zwischen Deutschland und Frankreich.

Die Organisatoren scheinen eher die Strategie zu fahren, das man mit kritischen Massen mehr erreicht. Ich glaube das ist nur scheinbar so. Insbesondere würde ich kritisieren, das eine große Menge Leute herangekarrt wird, die in einer Region fremd sind – man macht im Grunde eine Parallelveranstaltung auf mit einer Gegen-Agenda und bewegt sich dann im Grunde nur entlang des Widerstandes zu der einen Veranstaltung. danach lösen sich die Camps auf, zwar sind alle um einige Erfahrungen reicher – die Frage ist aber wieviel davon tatsächlich vor ort umsetzbar sein wird.

Ich glaube nicht daran, das der Eventchakrakter solcher Großdemos ein entsprechendes Gegengewicht an NUTZEN hat. Solche Mobilisierung binden unheimlich viel Ressourcen und Aufmerksamkeit. Alles spitzt sich darauf zu. Es muss dann dazu kommen, das vor Ort alles zum Zwecke der Mobilisierung passiert und Aktionen, die nicht der Mobilisierung nützen müssen zurückgefahren werden. Geld das für No-NATO gespendet wird, kann kein zweites mal ausgegeben werden.

Ich war vor No-G8 skeptisch und denke auch nicht, das es erfolgreich war – die Veranstalter blieben auf einer Menge Schulden sitzen, die hoffentlich inzwischen abgetragen sind. Bedenklich finde ich vor allem, wenn es hinterher unmöglich ist das Event als solches zu kritisieren, sondern nur konkrete Kritik an der Organisation zugelassen wird. Sicher bereichert die Teilnahme auch die eigene Erfahrung. Aber so manche Erfahrung kann auch Leute jahrelang traumatisieren und somit auch unfähig für Widerstand machen. Manchmal ist es nötig den direkten Widerstand, die direkte Auseinandersetzung zu suchen. Allerdings sind Gipfel dann eher Anlässe, die vn Staatschefs definiert werden – und im Grunde gibt es dort keinen sinnvollen Widerstand – die Mobilisierung suggeriert aber oftmals, das es darum ginge etwas real zu verhindern.

Ermutigend finde ich dagegen das, was in Freiburg passiert:

Siehe auch Artikel hier.

Ich will auch dieses mal versuchen die Berichte und Entwicklungen zu NoNATO zu dokumentieren, wie ich es auch bei No-G8 gemacht habe.