Filmrezension zu „Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“

Der Film Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa wurde im jahr 2015 veröffentlicht. Hier zunächst der Trailer und die Selbstdarstellung:

Der Dokumentarfilm PROJEKT A taucht ein in die vielschichtige Welt der Anarchisten und bricht mit den gängigen Klischees über Steinewerfer und Chaoten. Er eröffnet viel mehr den Blick auf eine Bewegung, die das Unmögliche fordert, an den Grundfesten unserer Gesellschaft rüttelt und gerade deshalb das Augenmerk auf zentrale ungelöste Fragen unserer Zeit lenkt. Der Film handelt von einer politischen Bewegung, ihrer Theorie und den Menschen, die sich für deren Verwirklichung einsetzen.

Hanna, Mariano, Didac, Margarita und Makis sind Anarchisten. Sie träumen von einer freien Gesellschaft. Sie entwerfen konkrete Visionen einer anderen Welt und versuchen diese in ihrem Leben umzusetzen. Sie glauben daran, dass Menschen herrschaftsfrei leben können, ohne Staat, ohne Polizei, ohne Gesetze und Justiz – aus heutiger Sicht eine absurde Vorstellung. Ihr Leben ist ein Ringen mit Obrigkeiten, Konventionen und Vorurteilen. Egal ob in Spanien, Griechenland oder Deutschland, überall treten sie für ihre Ideale ein und bleiben trotz aller Rückschläge und auch Repressionen durch den Staat kämpferisch. Anarchie ist ein radikaler Ansatz und die Protagonisten von PROJEKT A stellen die Grundprinzipien der kapitalistischen Weltordnung in Frage.

Und damit sind sie nicht mehr alleine. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus stellen weite Teile der Gesellschaft ebenso den Kapitalismus als zukunftsfähiges Gesellschaftsmodell in Frage. Welche Alternativen bietet der Anarchismus?

PROJEKT A geht dieser alten und zugleich neuen Idee nach und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zu anarchistischen* Projekten.

Empfehlen wir den Film als Einstieg in das Thema Anarchismus?

Das müssen wir mit einem eindeutigen: NEIN beantworten. Die größte Schwäche des Films ist, dass er sich auf einige Individuen konzentriert. Und die Bildersprache in manchen Abschnitten reproduziert doch genau die Klischees, die die Beschreibung vorgibt zu hinterfragen. Es werden verschiedene Orte gezeigt und das ganze als „Projekte“ bezeichnet, wie auch der Titel suggeriert, dass es ein oder mehrere „Projekte“ seien. Gleichzeitig klassifiziert man den Anarchismus als „politische Bewegung“. Da liegt die Wikipedia doch näher mit der Definition: „Anarchismus ist eine politische Ideenlehre und Philosophie“.

Die einzelnen Beiträge aus verschiedenen Ländern sind durchaus interessant, aber sie lassen sehr wenig Einblick in den Anarchismus zu, oder in dessen Funktionsweise. Der Film versucht das Ganze aus der Perspektive Einzelner darzustellen, was Denkweise und Motivation angeht. Dabei wird insbesondere auch die Feindschaft und das binäre Verhältnis zum Staat betont.

Fast nichts wird über die Grundlagen und wichtigsten Ideen dargestellt. Und auch nicht darüber, wie eine anarchistische Organisation aufgebaut wird oder wo man anfangen kann. Es gibt fertige Beispiele, die sehr wenig darüber verraten, wie es gehen kann, aber durchaus einen anarchistischen Bezug haben.

Und wie kann man bitte das Anzünden einer Feuerwehr als Eisntiegsbild in den Trailer packen? Clickbait?

Hier ein Interview/Doku von Festival TV mit den Filmemachern Marcel Seehuber undMoritz Springer, dass auch einiges offenbart von der Grundhaltung:

Da gibt es eine große Überschneidung mit dem DIY-Ansatz, aber mehr in Richtung Selbstverwirklichung. Ein oft genanntes Vorurteil ist ja eben auch, dass man im Anarchismus „tut was man will“. Wobei nichts falscher sein könnte, als dies. E bedeutet min Wirklichkeit ja ein höchtes Maß an Selbstdisziplin. Eigentlich ist es ja der Kapitalismus und der Liberalismus, der das Individuum und die persönliche Freiheit über Alles stellt, ohne Rücksicht auf die Anderen und die Umwelt.

Ein Video vom Tagesspiegel:

Diese Dokumentation spricht das Gefühl an. Sie reduziert dabei aber Anarchismus auf eine Haltung oder eine bestimmte Szene. Und wo sie das nicht tut, wie bei der Solidarischen Landwirtschaft, hat es nur wenig mit Anarchie zu tun.

Die Gesellschaft zu ändern wird nicht dadurch passieren, dass es eine Unzahl an kleinen Projekten gibt, die für sich eine Nische finden. Eine Gesellschaft und eine Wirtschaft ändert sich dann, wenn eine kritische Masse erreicht wird. Man kann durchaus klein anfangen, aber der Fokus auf diese kleinen Projekte oder diese Individuen verkennt das eigentliche Ziel und fördert den Glauben oder auch die Selbstzufriedenheit damit, dass man meint im Kleinen bereits Anarchismus leben zu können.

Ja, es hat sehr viel mit Selbstorganisation zu tun. Aber auch mit dem Umgang miteinander. Und bei Miteinander geht es dann auch um mehr als nur um „Genoss:innen“. Es muss daher um viel mehr gehen, als um Projekte. Auch wenn etwas nicht nach Anarchie aussieht, kann es der richtige Weg sein. „Gute Beispiele“ führen vielleicht sogar dazu, dass gute Ansätze nicht weiter verfolgt werden.

„Projekt A“ hat einen Teil seiner Produktionskosten per Crowdfunding eingespielt. Allerdings ist es nicht einfach als Film herunterladbar, oder als Dokumentation für alle kostenlos oder gegen Spende online anzuschauen. Zwar bieten die Projekte, über die berichtet wird alles kostenlos, aber hier wird Geld verdient – und zwar durchaus auch auf den kapitalistischen Plattformen Youtube und Amazon. So weit also, auf richtig schlimmen Konzerne zu verzichten, ging man nicht. Das scheint also absolut vereinbar mit einer Grundüberzeugung pro Anarchie – und den optischen Bezügen der Filmemacher zu einem gewissen Lifestyle. Einen Film über Anarchismus machen und anderen erzählen, was das ist und selber nicht auf die Großen verzichten.

Es geht auch anders, wie zB Cine Rebelde zeigt. Die Notwendigkeit Filme auch zu refinanzieren kann man ja nachvollziehen, aber es gibt da auch Schmerzgrenzen für eben solche Filme, die Gute Beispiele darstellen wollen.Eben. Wo fängt der Wandel an? Schauen wir lediglich nach Spanien und Griechenland und würden gerne Urlaub machen in so einem Projekt. Und fühlen uns anschließend als „Rebell:innen“, machen aber weiter wie bisher. Oder wagen wir es bei uns selber anzufangen und machen Dinge anders und fangen im Kleinen an?

Letzteres erscheint sinnvoller, als lediglich „feel good“-Anarchismus anzubieten. An Kompromissen kommt man nicht vorbei, aber wenn es um Vorbilder geht, sollte man schon konsequent sein.

„Anarchistische Initiative Kiel“ – Neuer Name, gleiche Gruppe

Wir haben uns dazu entschlossen den Namen unserer bisher noch kleinen Gruppe zu ändern. Zuvor nannten wir uns „Anarchistischer Aufbau Kiel“. Wir hatten nach einigen Monaten das Gefühl, dass wir zu dem Namen nicht die Verbindung aufbauen konnten wie erhofft.

Nun also „Anarchistische Initiative Kiel“. Wir wollen in Kiel eine anarchistische Perspektive einbringen und an den umfangreichen Fundus an Ideen aus der Vergangenheit erinnern. Anarchie, Anarchismus ist jedoch viel mehr als nur ein historisches Kapitel, das abgeschlossen ist und an das man lediglich erinnert. Wir sind der Überzeugung, dass sehr viele Ideen heute aktueller sind als noch vor kurzem.

Die Menschen sind unzufrieden mit ihrer Rolle in einer repräsentativen Demokratie, fühlen sich nicht richtig vertreten, wollen mehr mitreden. Mehr Demokratie und mehr Mitspracherechte im Kleinen sind aber eben einer der Kernansätze der Anarchie.

Herrschaft hinterfragen. Hier spielt auch das Mitreden hinein. Wir leben hier in keiner Diktatur, aber dennoch wird vieles zentral entschieden und manche Organisationen oder Einzelpersonen haben per Gesetz Rechte Herrschaft auszuüben, die ihnen nicht zustehen und die sie auch missbrauchen. Viele hinterfragen diese Herrschaft auch nicht, weil Menschen es nicht gewohnt sind, dass es auch anders gehen kann. Bürgerbeteiligung wird zwar vielerorts groß geschrieben, doch am Ende entscheiden oft nur wenige.

Wie wir wirtschaften. Gegen den Kapitalismus. Einzelne können im Kapitalismus unbegrenzten Reichtum anhäufen. Und Reichtum selbst ist wiederum der Schlüssel für Vieles: Für bessere Bildung, für mehr Platz, für mehr Einfluss. Die Besitzenden profitieren davon, dass die Allgemeinheit die Bedingungen schafft, um Geld zu verdienen. Wir verfolgen weniger das Ziel einer Umverteilung oder von Gerechtigkeit, sondern von einer gesellschaftlichen Gleichheit der Lebensbedingungen. Es darf kein Recht geben beliebig viel zu besitzen oder zu verdienen. Denn alle brauchen Ressourcen um mehr als nur zu überleben, sondern eine Perspektive im Leben zu haben.

Wenige haben unendliche Perspektiven, während die Meisten und gerade um unteren Ende der Einkommensspirale perspektivlos bleiben: Sie können sich keine Alterssicherung aufbauen. Sie hangeln sich von Minijob zu Minijob. Oder sie bleiben in Abhängigkeit vom Jobcenter.

Solidarität. Die Arbeitswelt ist hierarchisch geprägt. Zwar gibt es einzelne Beispiele von Kollektiven und Genossenschaften, die eine Ausnahme versuchen. Aber zum einen sind es leider nur wenige Beispiele und zum anderen fehlt eben eine Vernetzung, die eine starke kollektivierten Wirtschaftszweig darstellt. Wer nicht auf ewig seinen Platz in einem Kollektiv findet, wird doch immer wieder in den normalen Arbeitsmarkt geworfen werden. Hier ist es wichtig sich gegenseitig zu helfen: Bei der Erkämpfung von Arbeitsrechten, die auch über das hinaus gehen, was heute schon rechtlich gewährt wird. Gegenüber den Arbeitgeber:innen gemeinsam auftreten, um gemeinsam mehr zu erreichen. Und zwar nicht nur höhere Löhne oder kürzere Arbeitszeiten, sondern insgesamt bessere Arbeitsbedingungen. Wenn jede:r nur für sich selbst kämpft, erreicht man maximal etwas nur für sich selbst. Jede gemeinsame und solidarische Vorgehensweise schafft einerseits eine positive Erfahrung und zum anderen bewegt man mehr, als nur für ein begrenztes Arbeitsverhältnis. Man eröffnet Perspektiven für die Zukunft, für andere Kolleg:innen, für andere Betriebe und für die ganze Gesellschaft.

Gute Beispiele und positive Erfahrungen müssen transportiert und öffentlich gemacht werden um davon zu lernen. Genau so allerdings natürlich auch Geschichten des Scheiterns. Wir können nicht immer gewinnen, aber wir können immer etwas lernen. Daher ist es auch wichtig Dinge auszuprobieren und vor allem nicht aufzugeben oder nur dann anzufangen, wenn man sich sicher ist, dass man Erfolg haben wird.

Unser Anspruch ist es vielseitig aktiv zu werden in Bereichen wie Geschichte, Kultur, Arbeitswelt, Wohnen, … . Wir verfolgen keine weltfremden Ideologien, sondern arbeiten als reale Personen zusammen mit allen Schwächen und Problemen, die das Leben mit sich bringt. Wir haben keine fertigen Rezepte, die wir euch auftischen wollen, aber wir haben da einiges an Ideen, die wir in Kiel mit euch diskutieren oder ausprobieren wollen.

Noch sind wir eine kleine Gruppe, die mehr damit beschäftigt ist, ihren Weg zu finden. Aber wir sind gerade deswegen auch offen für Vorschläge oder Menschen, die konkret mitmachen wollen

Der Betriebsrat muss nicht am Anfang stehen!

Für viele Arbeitende kommt nach der Unzufriedenheit als erster Gedanke: Wir brauchen einen Betriebsrat! Doch der ist immer auch an Bedingungen genüpft und hat seine Vor- und Nachteile.

Dies ist daher ein Plädoyer dafür niederschwelliger anzufangen. Alles fängt doch damit an, dass man über seine Arbeit redet:

  • Darüber wie unterschiedliche die Löhne sind
  • Wie die Arbeitsverträge aussehen
  • in wiefern alle gleich behandelt werden
  • welche Zustände ggf. unerträglich sind
  • natürlich auch das Positive, wenn es das gibt

Am besten bespricht man sich als Belegschaft erst ein mal im kleinen Rahmen. Vielleicht erst zu zweit oder dritt und trifft sich dann vielleicht einfach mal zum Gedankenaustausch außerhalb des Betriebes. Wichtig ist dabei, dass die Offenheit gegeben ist, zu sagen, was man denkt und erfahren hat. Und welche Wünsche und Kritik es gibt. Alles mit der Zeit auf den Tisch. Aber es braucht Geduld. Es geht auch darum gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Vielleicht bekommt jemand auch mehr Lohn als die anderen und fürchtet um seine Privilegien. Dann muss man auch auf solche Ängste Rücksicht nehmen. Das Bewusstsein für Probleme muss auch erst wachsen. Und auf keinen Fall nach einem Treffen am nächsten Tag im Betrieb gleich etwas über das Knie brechen! Ihr solltet wissen, worauf ihr euch einlasst, was die rechtliche Situation ist. lasst euch Zeit eine gemeinsame Position zu finden! Und auch niemanden sofort unter Druck setzen, nur weil er/sie nicht so mitspielt, wie es eine Mehrheit gerne hätte. Vielleicht hilft euch gerade die skeptische Stimme dabei etwas Wichtiges nicht außer acht zu lassen.

Hat euer Betrieb weniger als fünf Beschäftigte ist ein Betriebsrat nach den gesetzlichen Vorgaben eh nicht möglich. Der Betriebsrat selbst garantiert euch auch noch nichts. Der muss ja auch erst aktiv werden. Und wenn der Betriebsrat nicht das tut, was ihr wollte habt ihr Pech: So einfach absetzen kann man ihn nämlich dann nicht mehr: Er spricht für euch und ihr könnt wenig dagegen machen!

Das Betriebsverfassungsgesetz definiert zudem den Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Das bedeutet, dass der Betriebsrat gesetzlich dazu verpflichtet ist nicht konfrontativ gegenüber den Arbeitgeber*innen zu sein. Das heisst dann schon einmal, dass so etwas wie eine Arbeitsverweigerung von einem Betriebsrat nicht ausgehen dürfen. Dem Betriebsrat sind also auch teilweise die Hände gebunden sind, wenn eigentlich Handeln unmittelbar geboten ist! Manchmal geht es eben auch nur konfrontativ. Ihr wählt also einen Betriebsrat, der antritt eure Interessen durchzusetzen – und dann wird ihm genau das schwer gemacht dadurch, dass diese Leute Betriebsratsmitglied sind. Na wunderbar!

Eine Betriebsgruppe ist im Gegensatz dazu ein nicht-formalisierte Gruppe, die sogar auch Menschen unter 18 (also oft Auszubildende) oder Leiharbeiter*innen oder Kollegen aus einem angedockten Betrieb (z.B. Reinigungskräfte) miteinander verbindet um ebenfalls erst einmal nur miteinander über betriebliche Angelegenheiten zu reden. Es ist dann oft auch wertvoll verschiedene Perspektiven zur Kenntnis zu nehmen, die in einem Betriebsrat ausgeschlossen werden. Daraus ergibt sich ein vielseitigeres Bild. Im übrigen schließen sich Betriebsrat und Betriebsgruppe(n) nicht aus. Ihr könnt auch in einem Betrieb der einen Betriebsrat hat eine Betriebsgruppe bilden. Z.B. auch eine ausschleißlcih für Auszubildende oder nur für Frauen (weil es da z.B. sexistische Übergriffe von Männern gibt und es für ein vertrauensvolles Gespräch notwendig ist unter sich zu sein). Eine Betriebsgruppe kann auch zeitlich begrenzt ins Leben gerufen werden.

Wir empfehlen sie eigentlich für jeden Betrieb. Sie kann z.B. auch ggf. doch auch einen Betriebsrat initiieren und sich vorher über Vor- und Nachteile informieren. Wir halten es für unverantwortlich, dass viele Gewerkschaften Belegschaften einen Betriebsrat empfehlen, ohne dass es vorher schon angemessene Strukturen im Betrieb gibt.

Wenn ihr Fragen habt, könnt euch an uns wenden. Momentan sind wir keine Gewerkschaft, sondern ein freier Zusammenschluss an Anarchist*innen, die etwas verändern wollen.

Communiqué gegen die Militarisierung der Flughäfen

Die Delegierten des Zehnten Kongress der Nationalen Konferenz für Arbeit (CNT), die in Cordoba vom 4. – 8. Dezember stattfindet, zeigen ihre Besorgnis über das Dekret zur Ausrufung des des Zustand des Notstandes, das von von der Regierung verkündet wurde. Dies bedeutet, das Entfernen bestimmter Bürgerrechte zu gunsten des Militärs zivilen Mitarbeiter in ihren Dienst zu stellen mit Drohungen von Bajonetten und Gefangenschaft. Diese autoritären Maßnahmen, die ergriffen werden, um einem Arbeitskampf zu begegnen, bei dieser Gelegenheit unabhängig von Korporatismus,durch Franko-Gesetze, die die Armee als Werkzeug gegen Arbeitskämpfe verwenden, zeigen deutlich die verborgene Seite dieser bürgerlichen und faschistischen Verfassung.

Den Weg ein Arbeits-Problem durch Rückgriff auf das Militäranzugehen enthüllt das wahre Gesicht einer Regierung, die, wie alle anderen, sich nicht scheut, ihre demokratische Maske abzunehnmen, wenn sie unfähig ist eine Situation zu kontrollieren. Sie zeigt damit ihre Unfähigkeit und Ungeschicklichkeit, aber auch glasklar auf welcher Seite der Staat und seine Gesetze stehen: Auf der Seite der Arbeitgeber.

Zu dem zeigen wir unsere rebellische Abscheu gegen die Militarisierung des öffentlichen Dienstes, das heisst zu akzeptieren, dass Arbeitskämpfe von der Armee unterdrückt werden und dies kann nur als DIKTATUR bezeichnet werden.

Aus dem Englischen vom Original.

Anarchistische Bibliothek in Wien eröffnet

Foto der Bibliothek

Am 1. Mai eröffnete in Wien/Österreich eine anarchistische Bibliothek samt Archiv. Seitdem können die BesucherInnen nicht nur in den zahlreich vorhandenen Büchern schmökern, sondern auch anarchistische Zeitschriften des letzten Jahrhunderts einsehen. Mag man sich noch viele Bücher über Antiquariate besorgen können, so ist der Zeitschriftenbestand an den wichtigsten anarchistischen / anarchosyndikalistischen Zeitschriften für Wien einzigartig.

Die Bibliothek ist jeden Montag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr geöffnet und ist über einen eigenen Eingang in der Lerchenfelder Straße 124-126, im Hof 3. Tür 1a zu erreichen. Weitere Besuchstermine können über info[at]a-bibliothek[punkt]org vereinbart werden. Auf der Homepage www.a-bibliothek.org sind zudem digitalisierte Dokumente der historischen anarchistischen Bewegung online. Neben den kompletten Ausgaben (!) der Zeitschriften „Zukunft“ (1880-1884) und „Wohlstand für alle“ (1907-1914) findet sich hier z.B. die „Soziale Revolution“, die Frontzeitung der deutschsprachigen AnarchosyndikalistInnen im spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939.

Die Bibliothek befindet sich in den gemeinsam genutzten Räumlichkeiten der „Schenke“, einem neuen Projekt in Wien mit Umsonstladen, Cafe, einem wertkritischen Büro u.v.m. Die Schenke möchte „einen offenen Raum für alle schaffen, die sich gegenseitig beschenken wollen. Dinge können gebracht und mitgenommen werden ohne dass Geld beteiligt ist.

Weitere Projekte mit libertärem (Buch)Bestand in Wien:

Quelle: Indymedia

Schweden: Nazis verüben Mordversuch an Gewerkschaftsaktivisten und deren Kind

1999 ermordeten Nazis den Syndikalisten Björn Söderberg. Nun haben sie es wieder versucht. Zwei SyndikalistInnen aus Stockholm – einer von ihnen ein ehemaliges Mitglied des Lokalausschusses Stockholm – und ihre knapp dreijährige Tochter waren gezwungen, von ihrem Balkon im dritten Stock eines Wohnhauses in Sicherheit zu klettern, nachdem Nazis ihre Wohnung angezündet hatten. Vor einem halben Jahr wurden die Namen und Bilder von SAC-Angehörigen (Sveriges Arbetares Centralorganisation) ist auf der offen nazistischen Website Info 14 veröffentlicht. Die Leute hinter der Website sind die gleichen, die den Salemfonds betreiben, eine Gruppe, die jeden Dezember den Naziaufmarsch in Salem, in der Nähe Stockholms, organisiert. Der Salem-Marsch ist das größte jährliche Nazi-Treffen Nordeuropas.

Kurz vor neun Uhr abends am Montag, den 1. Dezember, hörte die Familie wie eine Flüssigkeit in den Vorraum ihrer Wohnung gegossen wurde: „Ich sah, wie jemand eine klare Flüssigkeit durch den Briefschlitz in unsere Wohnung gieß. Am Geruch erkannte ich, dass es Benzin war. Ich schrie so laut ich konnte: Wir haben ein Kind hier drinnen! Es war unmöglich, dass sie das nicht hörten. Eine Sekunde später zündeten sie das Benzin an.

Die Familie hatte ihre Winterkleidung im Vorraum und so breitete sich das Feuer unmittelbar in die Küche und ins Wohnzimmer aus. Es war unmöglich, sich durch die Türe zu retten: „Es gelang uns, unsere Tochter zu unseren Nachbarn hinunterzureichen, auf den Balkon unter uns. Wenn sie uns entglitten wäre, wäre sie jetzt tot.

Die Eltern schafften es dann, auf denselben Balkon hinunterzuklettern. Hinter ihnen zerstörte das Feuer ihre Habe, ihre Erinnerungen, ihre Zukunftspläne. Die Familie blieb wie durch ein Wunder unverletzt – aber das ändert nichts daran, dass jemand versucht hat, sie gezielt und kaltblütig umzubringen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Attacke politisch motiviert war und von denselben Leuten verübt wurde, die zwei Tage zuvor das
libertär-sozialistische Kulturzentrum Cyklopen in Högdalen, einem Vorort von Stockholm, abgebrannt hatten. Der Anschlag wurde als Brandstiftung mit Tötungsabsicht klassifiziert. Die Angegriffenen waren in ihrer Gewerkschaftsarbeit besonders im Kampf gegen Rassismus und Klassenunterschiede engagiert. Für die Nazis schien dies Grund genug, sie mit dem Tode zu bestrafen.

Ola Brunnström vom SAC-Arbeitsausschuss erklärt: „Die Leute, die den Aufmarsch in Salem organisieren, sind keine harmlosen Menschen mit etwas anderen Ansichten. Sie sind ideologisch überzeugte Nazis, die offensichtlich im Namen ihrer Sache des Mordes fähig sind.


(Quelle: FAU)

Winter Soldier 2008 – Berichte von US-Soldaten aus Irak und Afghanistan

Wer wissen möchte, wie es z.B. im Irak-Krieg wirklich zugeht, dem seien die Berichte der US-Soldaten auf Free Speech TV zu empfehlen:

  • CIVILIAN TESTIMONY: The Cost of War in Iraq and Afghanistan- Part I
  • THE COST OF THE WAR AT HOME- Part II

Neben den beiden Teilen gibt es noch einige weitere. Am besten zu sehen via Miro Player – dort Free Speech TV abonnieren. Miro lädt alles mögliche an Filmen via RSS-Feeds herunter auf die Festplatte. Die Idee „Wintersoldaten“ die Möglichkeit zu geben zu erzählen was tatsächlich  passiert stanmt noch vom Vietnamkrieg – und der Begriff selbst aus dem Jahre 1776.

S.a. Film: „Winter Soldier“ von Wintersoldier Collective. Und DW „Winter Soldaten“: Schmutzige Geschichten vom Krieg.

Mich würde mal interessieren ob auch dokumentiert wird, wie deutsche Soldaten sich fühlen und was sie zu erzählen haben. Wenns sowas gibt bitte einfach Link in Kommentar anfügen. Ich glaube nämlich das da eine Menge ist, was gar nicht aufgearbeitet wird oder ignoriert. Es wird da immer viel politisch geredet und zu wenig darüber was passiert und was den Opfern zugefügt wird und was es auch mit den jungen Soldaten macht, die da naiver weise hingehen. Die kommen dann irgendwann nach hause und können das alles gar nicht verwerten, was sie erfahren haben. Und dann?

Das Ende vom Strike Bike

Leider kein Happy End: Besetzung beendet. Betrieb vom Insolvenzverwalter »ausgeschlachtet« und nach Ungarn verkauft!

Ermutigend,das der Versuch unternommen wurde. Schöner wäre es natürlich gewesen, die Arbeiterinnen hätten die Fabrik übernehmen können. Aber hier sieht man mal wieder: Sind die Eigentumsverhältnisse so wie sie waren, ziehen die Arbeiter immer den kürzeren. Wie wäre es mit ner neuen Fabrik mit Freien Arbeitsplätzen, die die Arbeiterinnen selber organisieren?