Hansa48: Film El Entusiasmo präsentiert von der FAU Kiel

Filmbild El Entusiasmo

Die FAU Kiel präsentiert: El Entusiasmo. Ein Dokumentarfilm von Luis E. Herrero (Spanien 2018, 80 min, HD, Spanisch/Katalanisch mit deutschen Untertiteln, FSK 12)

1975 starb Europas letzter faschistischer Diktator: Francisco Franco. Sein Tod machte in Spanien den Weg frei für eine aufbegehrende Jugend, die vieles nachzuholen hatte. Aber auch die exilierten Kämpfer aus dem Spanischen Bürgerkrieg kehrten zurück. In dieser Phase der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur zur bürgerlichen Demokratie, schien alles möglich – selbst der Traum, die Revolution von 1936 zu beenden. Der Film legt den Fokus auf Francos erbittertsten Gegner: die Anarchisten und Syndikalisten. Ihre Organisation, die Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), bis zum Sieg Francos ein entscheidender Faktor in der spanischen Gesellschaft, erlebte eine Renaissance. In nur zwei Jahren wurde aus einer klandestinen Untergrund-Organisation wieder eine Massenbewegung. Sie organisierte Versammlungen mit hunderttausenden Teilnehmern, Libertäre Tage, Streiks und Widerstand gegen den neuen liberalen Kapitalismus. Schnell zerrieb sich dieser Aufbruch allerdings nicht nur in internen Konflikten, sondern wurde auch massiv durch geheimdienstliche Interventionen sabotiert. »El Entusiasmo« ist auch die Geschichte einer Niederlage.

Der Release der deutschen Fassung und die Kinotour werden von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, dem Cafe Libertad Kollektiv und der FAU unterstützt
In Kiel Film wird der Film präsentiert von der Basisgewerkschaft FAU Kiel → https://kiel.fau.org/

Pressetimmen:

Die Bilder des Films sind so faszinierend wie unkonventionell.

Jungle World

»El Entusiasmo« gibt einen intensiven Einblick in eine Phase des politischen Übergangs, die hierzulande kaum bekannt ist.

Vorwärts

Herrero hat eine rasante, sehr sehenswerte, eine linke Filmgeschichte dieser Zeit gedreht.

Links bewegt

Ein sehr empfehlenswerter Film!

Graswurzelrevolution

In einer ausgewogenen Mischung aus Archivaufnahmen, Zeitzeug*innen und Einordnungen durch einschlägig-forschende Historiker*innen wie Joe Zambrana, Pablo Carmona oder Dolors Marín gelingt es dem 1976 geborenen Regisseur Luis E. Herrero mit seinem Debüt ein lebendiges Bild von jener Zeit zu zeichnen.

Contraste

Mitreißend erzählt.

AK

Der Film gibt die Gelegenheit, mehr über eine Zeit des linken Aufbruchs in Spanien der 1970er zu erfahren. Dabei ist er nicht nur historisch. Denn die Forderungen, die die viele Menschen damals stellten, sind bis heute aktuell.

Direkte Aktion

Eintritt: 5,-

5.11.22 – 13 Uhr Anarchistischer Spaziergang der #FAUKiel #krisekiel

Im Rahmen des Programms „Kritischer Semesterstart 2022“ bietet die FAU Kiel (https://kiel.fau.org in Gründung) auch dieses Jahr im November einen Spaziergang, einen „Anarchistischen Spaziergang“ an.

Anlass ist der Kieler Matrosenaufstand, die Novemberrevolution von 1918, also vor genau 104 Jahren. Am 5. November gab es eine Versammlung auf dem Wilhelmplatz von Soldaten und eine Ansprache, des SPD-Politikers Gustav Noske.

Startpunkt ist der linke Buchladen Zapata (am Wilhelmplatz, OpenStreetMap)

Als weitere Zwischenhalte sind bislang der Gewerkschaftshaus/Legienstraße (OpenStreetMap) geplant :

und der Endpunkt am Bismarck-Denkmal im Hiroshima-Park (Gesamtstrecke: ca. 1,5 km reine Gehzeit 18 Minuten, geplante Länge ca. 45 – 60 Minuten, OpenStreetMap).

Im Anschluss wollen wir einen gemeinsamen Ausklang anbieten, um sich noch zu unterhalten oder uns kennenzulernen.

Eine Anmeldung ist insofern sinnvoll, als wir uns bei Änderungen zurückmelden können. Aber ihr könnt euch auch einfach spontan selber anschließen

Kontakt via fau.kiel.org

Weiterführende Links

Aufruf zu Solidaritätskundgebungen vor italienischen Konsulaten am Dienstag, 26.07.2022

Am Dienstag, den 26. JULI 22 auf die Straße gegen den Versuch, der italienischen Regierung, Arbeiter:innen-Kämpfe als Staatsverbrechen zu verfolgen. Demos u.a. in #Basel, #Berlin, #Bremen, #Hamburg, #Kiel, #Leipzig, #NewYork.

Quelle: https://www.facebook.com/sicobas.lavoratoriautorganizzati.9/photos/pcb.1836454566553232/1836454166553272/

Auch in Kiel Wilhelmplatz (Aufruf von ChefDuzen.de) 14. 30 Uhr

s.a. Logistik-Kämpfe als Staatsverbrechen: Polizeiaktion und Hausarrest für je 4 führende Gewerkschafter bei USB und SI Cobas am Morgen des 19.7.22 ruft in Italien Streiks und Proteste hervor

mehr dazu auch auf Telepolis Wenn Arbeitskämpfe für kriminell erklärt werden

Siehe dazu auch zum Streikaufruf 2021 unserer Schwestergewerkschaft USI

Kündigung im Minijob. Welche Rechte hast du?

"Faculty Foot". Illustration for a piece of verse in 1909 Tyee (yearbook of the University of Washington).
„Faculty Foot“. Illustration for a piece of verse in 1909 Tyee (yearbook of the University of Washington).

Schnell ist es passiert, dass in einem Minijob plötzlich die Kündigung eintrudelt. Hier einige kurzen Fakten, um die eigene Situation einzuschätzen.

  • Unterliegt man im Minijob überhaupt einem Kündigungsschutz und gesetztlichen Regeln?
    • Ja. Es gibt auch bei der Arbeit keinen rechtsfreien Raum. Im Grunde sind es grundsätzlich die gleichen Regeln wie in einem sozialversicherten Job. Die Kündigungsschutz hängt grundsätzlich nicht von der Höhe des Lohnes ab.
  • Worin unterscheiden sich dann Minijobs von „normalen“ Jobs?
    • Minijobs sind ein Weg für Unternehmen um Geld bei den Sozialabgaben zu sparen. So gibt es keine Anrechung der Arbeitszeit auf die Rentenpunkte. Der Gesetzgeber hat eine Untergrenze eingezogen, die immer wieder angepasst wurde (2022 bei 450 €) unterhalb derer nur Minijobs erlaubt sind. Die Idee der „Agenda 2010“ war im unteren Lohnsektor mehr Beschäftigung zu provozieren, die dann von der ganze Gesellschaft getragen werden muss, indem diese Löhne subventioniert werden durch den Verzicht auf Rentenzahlungen der Unternehmen.
  • Was gilt bei Kleinbetrieben (unter 10 (Vollzeit-)Mitarbeiter*innen)?
    • Dann gilt nur ein eingeschränkter Kündigungsschutz:
      • Das Unternehmen muss keinen Grund bei der Kündigung angeben.
      • Es gelten aber weiter die Formvorschriften und die Kündigungsfristen!
  • Mein*e Arbeitgeber*in hat mit per Telefon/E-Mail/Messenger oder mündlich gekündigt, ist das ok?
    • Nein. Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen und unterschrieben sein (oder Vergleichbares). Eine Zustellung per Post oder persönliche Übergabe eines Briefes ist aber OK – Hier gleich anzumerken: Taktisch ist es nicht immer klug, sofort der Kündigung zu widersprechen, da wenn eine rechtlich einwandfreie Kündigung zu spät erfolgt, man auch mal ein oder mehrere Monate länger arbeiten kann, bzw. Lohn erhält. Es ist hierbei nur wichtig den Widerspruch (ebenfalls schriftlich) innerhalb der gesetzlichen Fristen einzureichen, damit er wahrgenommen werden kann.

Grundsätzlich sollte man in so einem Kündigungssituation einige Dinge beachten:

  • Nach Möglichkeit keine Zusagen oder Zugeständnisse machen.
  • Wenn ihr die Kündigung nicht anerkennt macht es oft Sinn dennoch seine Arbeitskraft anzubieten. D.h. entweder trotzdem erscheinen oder es deutlich zum Ausdruck bringen
  • Macht euch zu der gesamten Kommunikation Notizen. Also wann hat wer was gesagt? Gibt es Zeugen oder Belege (ggf. auch WhatsApp-Nachrichten)? Eventuell Chatprotokolle speichern/Screenshots, insbesondere wenn Messenger das Löschen ermögichen!
  • Eine Kündigungssituation kann belastend sein. Achtet auch auf euch, wie weit ihr gehen wollt. Vielleicht wollt ihr auch noch ein gutes Arbeitszeugnis haben. Ggf. solltet ihr das vorher verangen, bevor ihr euch auf einen Streit einlässt.
  • Wenn ihr in gegenseitigem Einvernehmen das Arbeitsverhältnis auflöst, besteht die Gefahr, dass ihr eine Sperre beim Arbeitsamt/Jobcenter bekommt.

Am besten alle Fakten der Gesamtsituation werden berücksichtigt. Auch eure persönliche Situation. Sucht euch auch Hilfe, wie zB auch bei uns von der „Anarchistischen Initiative Kiel“ (FAU Kiel im Aufbau). Eine Erstberatung machen wir gerne. Für eine dauerhafte Beratung wäre eine formelle Mitgliedschaft aber gut.

Die AIK/FAUKiel in Gründung mit Bollerwagen und FAU-Fahnen.

Anarchistische Initiative Kiel (AIK) als FAU Kiel in Gründung auf #ErsterMai Kiel 2022

Die AIK/FAUKiel in Gründung mit Bollerwagen und FAU-Fahnen.
Anarchistische Initiative Kiel als Gründungsgruppe eines Kieler Syndikats auf der Ersten Mai Demo 2022.

Noch gibt es keine FAU Kiel, denn der Weg ist lang und steinig. Aber immerhin waren wir mal mit den alten FAU-Fahnen wieder auf einer Erster Mai Demo in Kiel.

Unseren Status haben wir ja neulich schon etwas angedeutet. Wie kann man bei uns mitmachen?

  • Jede*r aus Kiel kann in der FAU Flensburg Mitglied werden
  • Die Anarchistische Initiative beheimatet sozusagen auch die „FAU Kiel in Gründung“. Das heißt am nutzt ihr unser „Mitmachen„-Formular, um mit uns und Flensburg Kontakt aufzunehmen und wir informieren euch dann weiter.

Erster Mai 2022 , AIK und Gründung FAU Kiel

This 1886 engraving was the most widely reproduced image of the Haymarket massacre. It shows Methodist pastor Samuel Fielden speaking, the bomb exploding, and the riot beginning simultaneously; in reality, Fielden had finished speaking before the explosion.
Radierung aus dem Jahr 1886, dass den 1. Mai in Chikago zeigt

Der historischer Erste Mai ist insbesondere mit der Forderung nach dem Achtstundentag verbunden. Anfang des 19. Jahrhunderts waren 13-14 Stundentage nicht unüblich. Interessanter weise setzte sich ausgerechnet der Unternehmer Robert Owen für eine Arbeitszeitverkürzung in seiner eigenen Fabrik ein (zunächst auf 10,5 Stunden).

Abschaffung von Kinderarbeit, Gründung von Genossenschaften und Arbeitszeitverkürzung wurden Forderungen der neu gegründeten Gewerkschaften und wurde auf dem Kongress der Internationalen Arbeiterassoziation(IAA) 1866 gefordert, als diese Organisation noch eine Vielzahl an sozialrevolutionären Organisationen vertrat.

Die Idee verbreitete sich über Großbritannien unter anderem auch nach Australien (ab 1850), wo sie vor allem von Steinmetzen und Bauarbeitern vertreten wurde.

In Australien wurde der Achtstundentag bei vollem Lohnausgleich erstmals am 21. April 1856 durchgesetzt. An diesem Tage zogen in Melbourne Steinmetze und Bauarbeiter, die im Universitätsviertel beschäftigt waren, durch die Stadt und sammelten sich mit den Bauarbeitern vom Ostmarkt und vom Parlamentsgebäude und zogen mit ihrem Protest und ihren Forderungen zum Parlament. Inspiriert waren die Akteure aber vor allem durch ihre Kollegen aus Sydney, die bereits ein knappes Jahr zuvor am 18. August 1855 den achtstündigen Arbeitstag erkämpften, allerdings zu dem Preis von Lohneinbußen.

Quelle: Wikipedia

Der 1. Mai wurde in Australien zum International Worker’s Day, an dem jedes Jahr die Forderung nach einer gesetzlichen Begrenzung des Arbeitstages auf acht Stunden gefordert wurde.

1884 wurden die Forderungen in den USA ausgegriffen. Am 1. Mai 1886 kam es zu einer Versammlung am Haymarket in Chikago, an der unter neben der Forderung nach dem Achtstundentag auch Erfolge wie Lohnerhöhungen bei einer Fabrik für landwirtschaftliche Betriebe gefeiert wurde. Aufgrund von Massenaussperrungen erlebte Chikago in den Folgetagen einen großen Streik und weitere Demonstrationen.

Als am 3. Mai die Polizei einschritt, um eine Versammlung von Streikenden nahe dem Erntemaschinen-Betrieb McCormick aufzulösen, wurden sechs Arbeiter erschossen und einige weitere verletzt. In der folgenden Nacht versammelte sich eine Menge von mehreren Tausend Streikenden und marschierte zum Haymarket Square. Wiederum versuchte die Polizei, auch unter dem Eindruck der gewalttätigen Auseinandersetzungen zuvor, die Versammlung aufzulösen. Der Protestmarsch wurde aber fortgesetzt und verlief friedlich. Auch der Bürgermeister der Stadt, Carter Harrison Sr., ging, nachdem er die Lage überprüft hatte, früh nach Hause. Die Lage eskalierte am nächsten Tag, dem 4. Mai, als jemand eine Bombe in die Menge warf, die sich wieder am Haymarket-Square versammelt hatte. Zwölf Menschen, darunter der Polizist Mathias J. Degan, starben noch am Ort des Geschehens. Sechs weitere Polizisten erlagen später ihren Verletzungen. Die Polizei eröffnete daraufhin das Feuer und tötete und verletzte eine unbekannte Zahl von Protestierenden. Da einige der Redner dieses Tages Anarchisten gewesen waren, ging man davon aus, dass ein Anarchist die Bombe geworfen hatte. Ein Beweis für eine solche Verbindung konnte allerdings nicht erbracht werden. Bis heute ist unklar, wer die Bombe geworfen hat.[

Quelle: Wikipedia

Soviel zu den Ursprüngen des Feiertages und der Bewegung. In Deutschland hat es der DGB geschafft, dass nicht nur der „Erste Mai“ meist mit seinem Namen verknüpft wird, sondern medial auch oft „Gewerkschaften fordern“ synonym zu „DGB-Gewerkschaften“ verwendet wird.

In Deutschland ist der Achtstundentag sei 1918 gesetzlich vorgeschrieben. Zuvor waren die freien Gewerkschaften (FvdG) 1908 wegen Unvereinbarkeit aus der SPD ausgeschlossen wurde, die eine hierarchische Eingliederung der Arbeitenden forderte und sowohl Basisdemokratie, als auch den Generalstreik und den Anarchismus als politische Wege ablehnten. Während die SPD und viele Gewerkschaften den Ersten Weltkrieg positiv begleiteten (Burgfriedenspolitik), lehnten dies die freien Gewerkschaften konsequent ab. 1919 gründete sich die FAUD (Freie Arbeiter-Union Deutschlands) als neuer Zusammenschluss nach der Revolution. 1977 dann die Freie Arbeiter*innen-Union (FAU).

Ein Hauptgegensatz zwischen DGB-Gewerkschaften und der FAU ist bis heute die Frage, welche Organisationsform besser ist für die Vertretung von Arbeitnehmer*inneninteressen:

  1. Eine streng hierarchische Top-Down-Organisation mit wenig Demokratie und Einflussmöglichkeiten (Einheitsgewerkschaft), oder
  2. Eine basisdemokratische Organisierung von Unten mit begrenzten Mandaten und ohne bezahlte Funktionär*innen.

DGB’ler argumentieren auch gerne, dass eine stärkere Einheitsgewerkschaft Hitler gestoppt hätte. Und sie geben der Zersplitterung der Arbeiter*innenbewegung die Schuld an der geschichtlichen Entwicklung.

Allerdings ist fraglich wie stark eine Gewerkschaftsbewegung sein konnte, die den Generalstreik als Werkzeug aus der Hand gelegt hatte. Und die schnelle Eingliederung des Vorläufers ADGB in das Nazireich war wohl auch nur aufgrund der hierarchischen Gliederung möglich.

Kiel 2022

Zurück ins Jahr 2022 und dem, was in Kiel am 1. Mai passieren soll:

Wir von der Anarchistischen Initiative Kiel (AIK) wollen uns am Ersten Mai-Zug beteiligen. Leider nicht mit einem Stand, da der DGB dies nicht zugelassen hat. Aber mit unseren Schwarz-Roten und FAU-Fahnen. Wir sind auch immer noch dabei zu versuchen eine FAU Kiel zu gründen. Dies machen wir nun über den Umweg der Mitgliedschaft in der FAU Flensburg (als Pat*innen-Syndikat). Sozusagen als Arbeitsgruppe oder Sektion.

Los geht es am Sonntag, 1. Mai um 10 Uhr auf dem Exerzierplatz.

Wenn ihr auch auf dem Ersten Mai unterwegs seid, könnt ihr uns gerne ansprechen. Ihr könnte aber noch nicht direkt Mitglied werden in einem Syndikat „FAU Kiel“. Das kann noch einige Monate dauern. Aber ihr könnt natürlich auch beim Aufbau mitmachen, wenn wir zusammenfinden.

FAU bald wieder in Kiel? #Krallenschärfen #Besserorganisieren

2022 kann kommen sagt die Schwarze Katze
Das Bild haben wir von Facebook geklaut

2018 hatte sich die FAU Kiel aufgelöst. Seit vier Jahren hat sich leider im Bereich der selbstorganisierten Gewerkschaften nicht viel in Kiel getan. Es gibt nun unsererseits Überlegungen diesen Zustand wieder mit einer offiziellen Neugründung zu überwinden.

Wenn ihr das auch interessant findet oder unterstützen wollt und aus Kiel und Umland kommt, meldet euch bei uns. Auch Feedback aus benachbarten Syndikaten begrüßen wir!

Was macht denn so ein FAU Syndikat?

Da gibt es ja viele Meinungen und Informationen. Aber man kann es als einen solidarischen Zusammenschluss betrachten. Eine Selbstorganisation, die sich zum einen um die Interessen der eigenen Mitglieder kümmert, aber auch um andere gesellschaftliche Themen (manche sagen „Kämpfe“, aber das klingt mir zu kriegerisch). Also wo brennt es uns? Wo brennt es in Kiel?

Zum anderen gibt es u.a. einen Schwerpunkt beim Bereich Arbeitsverhältnissen und solidarischer Wirtschaft. Von Minijobs bis hin zu Kollektiven.

Letztendlich hängt es eben von den Mitgliedern ab, wo sie sich engagieren. Im Gegensatz zu DGB-Gewerkschaften, die eher von oben gelenkt werden.

Generell gibt es thematisch nichts, was ausgeschlossen wäre. Häufig ändert sich die Tätigkeit auch mit der Zusammensetzung. Durch Zuzug und Wegzug. Durch Ein- und Austritte.

Ein Syndikat ist auch ein Ort bei dem wir eine andere Gesellschaft leben und nicht alles auf eine utopische Zukunft verschieben wollen. Manchmal eben auch einfach Themen direkt anpacken, anstatt nur darüber zu reden und mir Direkten Aktionen etwas bewegen.

Dabei ist uns auch der Umgang miteinander wichtig und dass wir selber Zuhören und Lernen und Ausprobieren!

Vielleicht bis bald!

Traditionen beenden!

Gorch Fock in der Gorch Fock Mole, Kiel
Gorch Fock in Kiel 2021

135 Millionen, Einhundertfündunddreissig Millionen(!) hat dieser Staat für die Restaurierung eines „Segelschulschiff“ ausgegeben. Woher kommt eigentlich dieser Name „Gorch Fock“? Gorch Fock (eigentlich „Johann Wilhelm Kinau“) war ein eher drittklassiger Heimatschriftsteller. Seine Themen drehten sich eben um Heimat, das Meer und die Seefahrt. Er fiel 1916 in der Seeschlacht am Skagerag.

Foto: Gorch Fock, Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:GorchFock.jpg
Johann Wilhelm Kinau alias Gorch Fock (Quelle Wikipedia)

Eines der namensverwandten Schiffe ließen die Reichsmarine 1932 erbauen. Die Namen der anderen Schwesterschiffe waren übrigens nach dem Freikorpskämpfer „Albert Leo Schlageter“ und dem Sturmführer der SA Horst Wessel benannt.

Man kann also erklären, warum 1933 ein Schiff „Gorch Fock“ genannt wurde. Aber zu erklären, dass nach dem neuen Traditionserlass die nach Tirpitz benannte Mole ausgerechnet wieder diesem „Schriftsteller“ und damit einer Tradition zu folgen ist nur möglich, wenn man davon ausgeht, dass rechtes Gedankengut tief verwurzelt ist in der Bundeswehr. Problematischer als der Schriftsteller selbst war wohl seine Inszenierung seiner Nachlassverwalter, die ihn teilweise als „Wegbereiter des Nationalsozialismus“ stilisiert haben [Quelle].

Das die öffentliche Rezeption heute die Namensgebung und die Geschichte kaum in Frage stellt, ist schon bezeichnend. Wir hatten auf unserem Anarchistischen Spaziergang im November ebenfalls dieses Schiff thematisiert, wenngleich nicht so vertieft besprochen. Unser Spaziergang aus Anlass der Revolution diente dem gegenseitigen Kennenlernen und Austausch zu verschiedenen Themen.

Tradition wird in Kiel leider auch bei Denkmälern nach wie vor gepflegt. zB durch das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. oder das Kriegerdenkmal von 1879.

Kriegerdenkmal  1870/71 im Kieler Schloßgarten
Kriegerdenkmal Kiel

„Tradition“ ist nicht einfach das Fortführen von Vergangenem sondern immer eine Konstruktion. Eine Behauptung das etwas früher auch schon so war und/oder gut und erhaltenswert war. Oft ist bei genauerer geschichtlicher Betrachtung daran oft nicht viel Wahres und auch nichts Gutes.

So wie eben preußische „Traditionen“ zum Ersten und Zweiten Weltkrieg führten. Warum also an Traditionen festhalten wie dem Preußentum, dem U-Boot-Bau, den Segelschulschiffen, Feinden der Demokratie in einer Demokratie? Falsche Traditionen gefährden Menschenleben und das Zusammenleben. Auf der Gorck Fock mussten in der Vergangenheit für diese Tradition bereits mehrere Matros:innen sterben. Und am Nationalismus in Deutschland in den letzten Jahrzehnten Hunderte!

Vergessen wir also lieber Begriffe wie Tradition oder besser bekämpfen wir sie, denn in ihr wohnt nur all zu oft ein Ungeist von früher.

Die Kiellinie in Kiel hieß zB früher „Strandweg“ [Quelle], bis die Nazis beschlossen einen Teil „Hindenburgufer“ umzubenennen. Manche störten sich daran, weil sie den „traditionellen“ Namen beibehalten wollten. Was aber nur wieder zeigt, wie konstruiert Traditionen sind und wie wenig verlässlich, ganz abgesehen davon, dass keine Straße nach Hindenburg benannt bleiben sollte.

Da gibt es auch in Kiel noch viel zu tun und zu thematisieren.

13. Nov 2021 – Anarchistischer Spaziergang

Revolutionäre Matrosen im U-Boot-Hafen

Im November denkt man in Kiel natürlich immer an die Novemberrevolution. Wir wollen dies zum Anlass nehmen für einen Spaziergang. Dies wird kein Geschichtsseminar, sondern eine Gelegenheit mit uns als Anarchistische Initiative Kiel ins Gespräch zu kommen zur Kiel revolutionärer Geschichte, zu Anarchismus, zu Kiel heute und dazu, was wir tun wollen und können.

Die Coronapandemie hat uns das letzte Jahr ganz schön beeinträchtigt. Aber wir finde es wichtig wieder zusammenzukommen. Die Revolution von 1918 ist Anlass und Ausgangspunkt.

Wir treffen uns auf der Promenade am Sporthafen Wik am Samstag, 13.11. um 12 Uhr und umrunden dann die Förde. Endpunkt wäre an der Hörn/“Germaniahafen“. Und wer Lust hat kann noch auf einen Ausklang mit ins Café kommen (Ausklang fällt wegen Inzidenz aus!). Geschätzte Zeit für den Spaziergang ist mindestens eine Stunde (5 km).